Zurück   klamm-Forum > Allgemeines > Gott und die Welt

Like Tree241Likes

Antwort
 
Themen-Optionen
Alt 30.07.2020, 16:00:26   #166
raptor230961
Erfahrener Benutzer
Benutzerbild von raptor230961

Reg: 24.07.2016
Beiträge: 924
Standard

„Etwas in petto haben“
Bedeutung: Man hat Pläne, die man noch vor den anderen verborgen hält. Nach einem vergeblichen „öffentlichen“ Plan kann man einen von den anderen unvermuteten „Plan B“ noch „in der Hinterhand haben“.

Herkunft: Während des Mittelalters galt das Herz als das Zentrum der Gedanken und der Gefühle. Noch heute redet man von Redewendungen, wie „von Herzen gut“, „von Herzen gerne“, „Herzlich Willkommen“, verschenkt man Schokoladen-Herzen am Valentinstag, „Herzallerliebst“ …

So wurde der Verstand, das Denken und die „Seele“ nicht im Kopf – mit dem Gehirn - in Verbindung gebracht. Die Persönlichkeit wurde im Herzen vermutet. Die Quelle für das italienische „in petto“. Dieses leitet sich vom lateinischen „in pectorle“ (in der Brust) ab. Gemeint ist, das man für andere nicht zugängliche Gedanken - nicht ausgesprochen - in der Brust verwahrt. Hieraus entwickelte sich das italienische „in petto“ ab. „in petto“ ist also ein Geheimnis, das man in der Brust versteckt. Im 18. Jahrhundert erreichte der Spruch Deutschland.
ThomasvonBergen und trapped gefällt das.
343
raptor230961 ist offline Threadstarter   Mit Zitat antworten
Alt 31.07.2020, 07:57:05   #167
raptor230961
Erfahrener Benutzer
Benutzerbild von raptor230961

Reg: 24.07.2016
Beiträge: 924
Standard

„Not am Mann“
Bedeutung: Eine Gefahr ist ganz besonders groß, etwas Lebenswichtiges fehlt …

Herkunft: Noch heute gibt es Überbleibsel aus der Zeit dieses Spruches. Immer noch ist die Rede, von der "Waffe am Mann“, einem "Werkzeug am Mann" und ähnlichen Redewendungen. „Not am Mann“ kommt aus der Zeit, als im Krieg noch Mann gegen Mann gekämpft wurde. Als man noch mit dem Schwert oder mit der Axt in der einen Hand und einem Schild in der anderen Hand in der Schlacht stand. Direkt gegenüber stand der Feind, der ähnlich bewaffnet war. Beide Seiten stürmten aufeinander ein und jeder kämpfte mit allen Tricks um sein Leben. Die Wahrscheinlichkeit, bei diesem Kampf nicht verletzt oder getötet zu werden war nur minimal. Die Gefahr (die Bedrohung, die Not) war ganz nah: Direkt „am Mann“.
trapped gefällt das.
343
raptor230961 ist offline Threadstarter   Mit Zitat antworten
Alt 31.07.2020, 20:04:05   #168
raptor230961
Erfahrener Benutzer
Benutzerbild von raptor230961

Reg: 24.07.2016
Beiträge: 924
Standard

„Etwas aus dem Ärmel schütteln“
Bedeutung: Man bringt etwas ohne Mühe – mit Leichtigkeit hervor. Man kann etwas aus dem Gedächtnis ganz leicht hervorbringen, etwas mit Leichtigkeit tun oder verstehen.

Herkunft: Im Mittelalter war die Kleidung sehr weit geschnitten. Alle Wertsachen wurden bei dieser Mode in den Ärmel untergebracht.
Einen „Geldbeutel“ m Gürtel konnte man leicht abschneiden. Beim Transport in Taschen und Körben wurden diese oft bei Tätigkeiten (genau wie heute) für kurze Zeit auf den Boden abgestellt. Durch die Tätigkeit war man so abgelenkt, daß man den Diebstahl erst zu spät bemerkte. Der Dieb war „über alle Berge“
Am Ärmel sah und fühlte man man alles. Der Diebstahl wurde sofort bemerkt. Brauchte man das Geld oder die Papiere holte man sie aus dem Ärmel. Man „schüttelte es aus dem Ärmel".
trapped gefällt das.
343
raptor230961 ist offline Threadstarter   Mit Zitat antworten
Alt 01.08.2020, 07:43:00   #169
raptor230961
Erfahrener Benutzer
Benutzerbild von raptor230961

Reg: 24.07.2016
Beiträge: 924
Standard

„Auf dem Präsentierteller sitzen“
Bedeutung: Jemand wird so platziert, daß man ihn gut sehen und erkennen kann. Eine Person ist so aufgestellt, daß er für den Feind, einen Attentäter … ein gutes Ziel bietet.


Herkunft: Wenn ein Besucher auf einem Herrensitz den Hausherren privat oder geschäftlich aufsuchen wollte kam er nicht sofort in die privaten Räume. Er mußte erst seine Visitenkarte auf den Präsentierteller legen. Der Diener / die Zofe / das Dienstmädchen brachte daraufhin den Präsentierteller mit der Karte zu der Herrschaft. Dieser konnte auf den ersten Blick erkennen, wer eintreten wollte: Auf der Karte stand der Name, Beruf, „Eherntitel“ (Dr., Baron, Herzog, …) und die Adresse. In manchen Fällen auch die Absicht des Besuches. Die Herrschaft konnte nun entscheiden, ob der Gast eintreten konnte oder ob er den Gast „abblitzen ließ“.
Die Karte vertrat sozusagen die Person, die Einlaß wollte. Anders ausgedrückt: Das „auf dem Präsentierteller sitzen“ der Visitenkarte erleichterte dem Gast den Zutritt zum Gastgeber.
ThomasvonBergen und trapped gefällt das.
343
raptor230961 ist offline Threadstarter   Mit Zitat antworten
Alt 01.08.2020, 19:17:30   #170
raptor230961
Erfahrener Benutzer
Benutzerbild von raptor230961

Reg: 24.07.2016
Beiträge: 924
Standard

„Alter Knacker“
Bedeutung: Eine ältere Person. Es wird angedeutet, daß diese Person verbraucht ist. Angespielt wird auf das Knacken der Gelenke.

Herkunft: Die Redewendung kommt aus der Welt des "Spinnens".
Nein, es geht nicht darum, "verrückt" zu sein. Es geht um das Herstellen von Garn (früher am Spinnrad). Bei dem Spinnen – der Herstellung eines Garns (eines Fadens) wurde die Länge eines Fadens an der Haspel (auf der der Faden aufgewickelt wird) abgemessen. Kinder (die zum Arbeiten zu jung waren) oder die Großeltern (die im Leben ihre Arbeitskraft bereits verbraucht hatten zählten zum Abmessen die Umdrehungen der Haspel mit. Wer sich verzählt hatte - der hatte sich verhaspelt. Man mußte von vorne anfangen. Zur Hilfe wurde eine Zahnradinstallation angebracht. Dieses lief mit jeder Umdrehung mit. Nach jeder 500sten Umdrehung ließ die Konstruktion ein Holz „knacken“. der Sinn der Redewendung ist also, daß der alte und "verbrauchte Opa" sich beim Zählen vertan hat, welches erst durch das "Knacken" (des Holzes) verhindert wurde.

Dieser Vorgang brachte 2 Redewendungen mit sich:
1) „Alter Knacker“ – der alte zählende Großvater, der nicht mehr arbeitsfähig war und das Knacken des „Holzes“. Das führte zum verbrauchten Senioren mit dem „Knacken der Gelenke“.
2 das „Verhaspeln“ – ein Fehler beim zählen (und heute Fehler bei dem Sprechen)
ThomasvonBergen und trapped gefällt das.
343
raptor230961 ist offline Threadstarter   Mit Zitat antworten
Alt 01.08.2020, 19:20:45   #171
raptor230961
Erfahrener Benutzer
Benutzerbild von raptor230961

Reg: 24.07.2016
Beiträge: 924
Standard

„Sich verhaspeln“
Bedeutung: Sich versprechen, bei dem Sprechen einen Fehler machen.

Herkunft: Bei dem Spinnen – der Herstellung eines Garns (eines Fadens) wird die Wolle zu einem „Garn“ verarbeitet. Auf dem Spinnrad wird durch das „Verziehen“ und „Verdrehen“ der Woll-Fasern der Faden hergestellt. Danach wird er auf der „Haspel“ direkt aufgerollt, damit er sich nicht zu einem Knäuel verknoten kann.
Wenn man „den Faden verliert“ – wenn *1 man sich beim Abmessen – beim „zählen“ der Umdrehungen der „Haspel“ einen Fehler macht – dann hat man „sich verhaspelt“. Man muß von vorn anfangen zu zählen.

Dieser Spruch wurde sehr bald für Fehler beim Sprechen übernommen.

*1 siehe oben: „Alter Knacker“
ThomasvonBergen und trapped gefällt das.
343
raptor230961 ist offline Threadstarter   Mit Zitat antworten
Alt 02.08.2020, 07:42:41   #172
raptor230961
Erfahrener Benutzer
Benutzerbild von raptor230961

Reg: 24.07.2016
Beiträge: 924
Standard

„splitternackt sein“
Bedeutung: Schon im 15. Jahrhundert war man "splitternaket", also ganz nackig.

Herkunft: Diese Redewendung kommt aus der „Holzwirtschaft. Ursprünglich heißt es: „splinternackt“. Der „Splint“ ist die Faser, die „Bastschicht“. Diese befindet sich bei einem Baum zwischen der Rinde und dem „Stammholz“. Ein Stamm ist erst „nackt“, wenn neben der Rinde auch der „Splint“ entfernt ist, damit der Stamm weiter verarbeitet werden kann. Mit der Entfernung der Rinde und des Splint ist der Stamm „splinternackt“ – „splitternackt“. Fertig zum Zersägen.
ThomasvonBergen und trapped gefällt das.
343
raptor230961 ist offline Threadstarter   Mit Zitat antworten
Alt 02.08.2020, 18:58:46   #173
raptor230961
Erfahrener Benutzer
Benutzerbild von raptor230961

Reg: 24.07.2016
Beiträge: 924
Standard

„auftafeln“ / „Die Tafel aufheben“ / „Katzentisch“ / „Stühle rücken“

Bedeutungen:
„Auftafeln“: Das Essen auf den Tisch bringen, mit dem Essen zu beginnen.

„Die Tafel aufheben“: Das Essen beenden.

"Katzentisch": Das ist der Tisch bei repräsentativen Essen (z.B. „Staatsessen“) oder bei Familienfeiern, der für „weniger wichtige Gäste“ vorgesehen ist. Meist für Kinder, die „eh nur kleckern“ und „stören. Auch Personen die niemand leiden kann, wo „leider am „Erwachsenen-Tisch“ kein anderer Platz mehr war“. Wo die Person aber trotzdem zur Familie gehört und aus Anstand eingeladen werden muß.

„Stühlerücken“: Heute steht das „Stühlerücken“ für das verschieben von Stühlen (wenn der Holzstuhl auf einem glatten Boden lautstark verschoben wird), das Zurückschieben der Stühle. Zum Beispiel bei dem Aufstehen. Zudem steht die Redewendung für einen Wechsel in den Führungspositionen eines Konzerns.

Herkunft: Im Mittelalter „Tafelte man auf“: Man servierte das Essen auf einer „Tafel“ – ähnlich, wie ein heutiges Tablett. Das ging schneller, als wenn man jeden Teller, jede Schüssel, jede Platte mit den Braten … einzeln in den Raum trug. Dieses Tablett entsprach in etwa dem heutigen Tablett bei dem „Frühstück im Bett“. Man trug dieses „Tablett“ in den Fest-Raum (Spreiseraum, Tanz-Saal, Empfangsraum, die „Gute Stube“…) und speist. War der Gastgeber satt wurde „die Tafel aufgehoben“ – egal, wie weit die anderen Gäste waren. So entstand der Begriff „Katzentisch“. Hier bekamen die Gäste als letztes ihr Essen. Bei einem Herrscher mit einigen hundert Gästen konnte es passieren, daß der König satt war, bevor die letzen Gäste ihr Essen erhielten! Sie mußten wie die Katzen und Hunde selber zusehen, wie sie satt wurden.
Zurück zu „die Tafel aufheben“: War der Hausherr satt wurde „die Tafel aufgehoben“. Die Tabletts im Saal wurden wieder herausgetragen. Man „rückte die Stühle“ und nun leeren Tische zur Seite. So hatten die Gäste nun in dem Saal den notwendigen Platz, um zu tanzen.
ThomasvonBergen und trapped gefällt das.
343
raptor230961 ist offline Threadstarter   Mit Zitat antworten
Alt 03.08.2020, 13:14:09   #174
raptor230961
Erfahrener Benutzer
Benutzerbild von raptor230961

Reg: 24.07.2016
Beiträge: 924
Standard

„Schlitzohr“
Bedeutung: Ein „Schlitzohr“ ist ein durchtriebener, listiger Mensch. Eine Person, die sich zudem oft nicht so ganz an das Gesetz hält.

Herkunft: Im Mittelalter gab es die „Zünfte“. Ein Zusammenschluß der Berufsgruppen. Diese hatten ihre eigenen Regeln. Mitglieder einiger dieser Zünfte trugen zum Zeichen der Mitgliedschaft einen goldenen Ohrring. (Heute ist diese Tradition vor allem noch in den Filmen von den Piraten bekannt) Verstießen die Mitglieder gegen Gesetze oder gegen die Regeln der Zunft dann wurde der Ohrring schmerzhaft wieder abgenommen: Man riß ihn vom Ohr ab. Folge: Der Mann hatte ein „Schlitzohr“.

Was auch wissenswert ist: Diese goldenen Ohrringe mit dem Zeichen der Zunft hatten etwas mehr Wert, als eine Beerdigung kosten würde. Damit konnte ein verunglücktes Zunftmitglied standesgemäß und christlich auf dem Friedhof beerdigt werden. Er wurde nicht irgendwo verscharrt.

Eine andere Vorgehensweise des Mittelalters, daß diese Redensart erklären kann: Bäcker, die das Brot mit einem falschen Gewicht verkauften – und so aus dem Betrug Profit erwirtschafteten wurden hart bestraft. Entweder die Bäckertaufe: Hier wird der Bäcker mit seinem Brot aufgewogen. War das Brot zu leicht tauchte der Bäcker in seinem Käfig unter Wasser und ertrank. Weniger hart: Der Bäcker wurde mit seinem Ohr an die Kirchentür genagelt. Um sich zu befreien war er nach wenigen Stunden gezwungen, sich von der Kirchentür loszureißen. Die Folge: Das "Schlitzohr".
ThomasvonBergen und trapped gefällt das.
343
raptor230961 ist offline Threadstarter   Mit Zitat antworten
Alt 03.08.2020, 18:19:53   #175
raptor230961
Erfahrener Benutzer
Benutzerbild von raptor230961

Reg: 24.07.2016
Beiträge: 924
Standard

„Über die Stränge schlagen“
Bedeutung: Man ist in ausgelassener Stimmung (meist durch Alkohol). Wenn man dann zu weit geht – dann schlägt man über die Stränge“.

Herkunft: In den Zeiten ohne Auto war man auf Pferde und Kutschen angewiesen. Wenn ein Pferd „unwillig“ oder nervös ist – dann „bockt“ es. Wenn das Pferd dann noch ausschlägt kann es für den Kutscher, die Kutsche und die Passagiere gefährlich werden. Denn wenn das Pferd „über die Stränge schlägt“, dann kommt es mit einem Bein über eben diese „Stränge“ (die Lederriemen des Geschirrs). Es verfängt sich in den Riemen, stolpert und ein Unfall wird unumgänglich.
ThomasvonBergen und trapped gefällt das.
343
raptor230961 ist offline Threadstarter   Mit Zitat antworten
Alt 04.08.2020, 07:01:34   #176
raptor230961
Erfahrener Benutzer
Benutzerbild von raptor230961

Reg: 24.07.2016
Beiträge: 924
Standard

„Unter aller Sau“
Bedeutung: Etwas, was man macht, herstellt, sagt oder meint ist unglaublich schlecht. Es ist unter jedem Standard.

Herkunft: Diese Redewendung hat eigentlich nichts mit dem weiblichen Schwein zu tun: Im jüdischen
steht das Wort „Seo“ für das für uns verständlichere Wort „Maßstab“. So rief man früher „unter allem Seo sein. Also im Prinzip immer noch nach all den Jahrhunderten die Selbe Bedeutung.
ThomasvonBergen und trapped gefällt das.
343
raptor230961 ist offline Threadstarter   Mit Zitat antworten
Alt 04.08.2020, 15:48:11   #177
raptor230961
Erfahrener Benutzer
Benutzerbild von raptor230961

Reg: 24.07.2016
Beiträge: 924
Standard

„Urlaub“
Bedeutung: Die Zeit des Jahres,in der man nicht zur Schule / zur Arbeit gehen muß.

Herkunft: Im Mittelalter steht das Wort „urloup“ in der höfischen Sprache für eine Zeit, in der ein Adeliger, eine Dame oder ein Ritter sich vom Hofe der Herrschaft ohne eine Strafe fürchten zu müssen entfernen darf. So baten Ritter ihren Lehnsherren um „urloub“

Eine andere Art des „urloubs“ war, wenn für Handwerker auf der „Walz“ ihren Lehnsherren für eine gewisse Zeit verlassen durften. Auf dieser Reise durch das Land lernte man in der Fremde mehr Techniken seines Berufes - und konnte so seinen berufliches Wissen und sein Allgeimeinwissen zu erweitern.

Nach der Erntezeit konnten Knechte und Mägde zu dem „Altbauern“ („Ur“) gehen und um Erlaubnis für ein „urloub“ fragen. Wurde die Erlaubnis gegeben gab der „UR“ bei Zufriedenheit eine Art „Trinkgeld“. Mit diesem Geld konnten die Knechte und Mägde sich die freie Zeit verschönern. (Der Vorfahr des Urlaubgeldes.)

Als nächstes wandelte sich die Bedeutung: der „urloub“ wurde zum „Urlaub“. Er wurde als offizielle vorübergehende Freistellung von einem Dienstverhältnis verstanden. Allgemeiner dann als „dienst- oder arbeitsfreie Tage, die der Erholung dienten“.

Ab dem 18. Jahrhundert übernimmt das Militär den Urlaub. Es bürgerte sich ein, daß Soldaten nach einem (siegreichen) Krieg zur Belohnung eine festgelegte dienstfreie Zeit bewilligt wurde.
ThomasvonBergen und trapped gefällt das.
343
raptor230961 ist offline Threadstarter   Mit Zitat antworten
Alt 04.08.2020, 16:48:18   #178
raptor230961
Erfahrener Benutzer
Benutzerbild von raptor230961

Reg: 24.07.2016
Beiträge: 924
Standard

„O Jemine! Herrje!“
Bedeutung: Diese Redewendung ist ein Ausruf des Mitleids, Entsetzens oder der Überraschung.

Herkunft: In der Bibel lautet das zweite Gebot: "Du sollst den Namen Deines Herrn nicht mißbrauchen." Um dieses Gebot zu umgehen, veränderten „Schlitzohren“ den Ausruf "O Jesu Domine", die lateinische Anrede für "Herr Jesus", auf "Herrje" oder "O Jemine".
ThomasvonBergen und trapped gefällt das.
343
raptor230961 ist offline Threadstarter   Mit Zitat antworten
Alt 05.08.2020, 06:40:37   #179
raptor230961
Erfahrener Benutzer
Benutzerbild von raptor230961

Reg: 24.07.2016
Beiträge: 924
Standard

„hänseln „
Bedeutung: Man ärgert eine andere Person.

Herkunft: „Hänseln“ kommt nicht von dem Namen Hans („Hänsel“ und Gretel). „Hänseln“ kommt von der mittelalterlichen „Hanse“:
https://de.wikipedia.org/wiki/Hanse

Teilweise werden heute noch Auszubildende mit kleinen Streichen geärgert:
Den „Kümmelspalter“ oder den „Erbsenschäler“ von der Reparatur holen, Spaghetti im Kühlhaus zu trocknen aufhängen, Zwiebelfische, Aalfüße oder Krabbenleber einzukaufen, den CD-Anschluß reparieren zu lassen, den „Kurvenbohrer“ oder den „Kantenzirkel“ aus dem Wagen holen, den Weg „… bis zum Container, biege um 180 Grad nach links ab …“ (180 Grad ist bekanntlich geradeaus!), das „Steuerhinterziehungsformular“ aus dem Büro holen, …

Bei der „Hanse“ gab es bedeutend drastischere und peinlichere „Aufnahmerituale“, aus denen sich die heutigen kleinen Streiche entwickelt haben. Diese Aufnahmerituale wurden vom Volksmund „hänseln“ genannt.
ThomasvonBergen und trapped gefällt das.
343
raptor230961 ist offline Threadstarter   Mit Zitat antworten
Alt 05.08.2020, 16:38:29   #180
raptor230961
Erfahrener Benutzer
Benutzerbild von raptor230961

Reg: 24.07.2016
Beiträge: 924
Standard

„Ein Buch aufschlagen“
Bedeutung: Das „geschlossene“ Buch zum Lesen auf eine bestimmte Seite „öffnen“.

Herkunft: Früher gab es lediglich sehr wertvolle handschriftliche Bücher. Einzelstücke – denn es gab noch keinen Buchdruck. Viel zu wertvoll, als daß irgendetwas mit dem Buch passieren darf. So wurden für die „Skripte“ … (von lateinisch scriptum „geschrieben“ – ein Werk ohne ein Schutzumschlag. Ursprünglich eine „Papyrus-Rolle“, dann einzelne Blätter und daraufhin „gebundene“ Blätter ) … Schutzumschläge entwickelt: Zwei Buchdeckel – damals aus Buchenholz und Leder. Diese Buchdeckel wurden oft von Metallhaken zusammengehalten. Zum Öffnen drückte man auf den oberen Deckel – der Metallhaken ließ sich öffnen. „Schlug“ man aber respektlos auf den
Buchdeckel sprang oft das Buch – durch den Druck des gepressten Buchs - von alleine auf. Die Quelle für das heutige „ein Buch aufschlagen“.

Das Wort Buch kommt übrigens aus dem althochdeutschen. Hier war das „buoch“ kein Wort für ein Buch. Es steht für mehrere „Schriften“. Denn hier geht es um die germanischen Runen. Diese wurden auf Buchenstäbchen geritzt. Es waren z.B. die Vorlagen für die Steinmetze mit den „Runensteinen“. Wahrscheinlich auch für wichtige Nachrichten und Rezepturen der Druiden. Das läßt sich aber leider nicht mehr belegen. Die Christen haben alles, was mit dem Glauben und der Kultur der Germanen zu tun hatte wie im Südamerika vernichtet. Auf den Heiligtümern der Germanen (z.B. "Tinkstellen") wurden fast immer die Kirchen gebaut. Heute gibt es nur nur einseitige (nur aus der Sichtweise der Römer) schriftliche Quellen, die römische Geschichtsschreiber über die Germanen verfaßten.
... Erst mit dem Christentum kamen Papyrus, Papier und die Schrift - die Bücher.
trapped gefällt das.
343
raptor230961 ist offline Threadstarter   Mit Zitat antworten
Antwort

Stichworte
gesten ..., sprüche, tatsachen

Anzeige


Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
 
Themen-Optionen


Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
[Wirtschaft] Staatsschulden, ich will es wissen. Maik Politik, Steuern & Finanzen 17 22.05.2017 14:09:39
will mal was wissen *lol* mohrenkopf Meet & Greet 5545 12.04.2011 23:07:35
Will mal was wissen KrasserZocker Ich bin neu hier und habe eine Frage! 2 03.10.2008 18:16:26


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 19:55:47 Uhr.