Filmkritik - Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit (2006)
 
 

Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit

DVD / Blu-ray :: IMDB (7,1)
Original: Déjà Vu
Regie: Tony Scott
Darsteller: Denzel Washington, Paula Patton
Laufzeit: 121min
FSK: ab 12 Jahren
Genre: Thriller (USA)
Verleih: Buena Vista International
Filmstart: 27. Dezember 2006
Bewertung: 8,1 (12 Kommentare, 11 Votes)
Der 28. Februar 2006 ist ein Tag wie jeder andere auch in New Orleans. Tausende freuen sich auf einen ausgelassenen Mardi Gras in der Südstaatenmetropole am Mississippi, der auch eine Art Rückkehr zum Alltag bedeutet nach der verheerenden Zerstörung von Hurricane Katrina gerade einmal sechs Monate zuvor. Entsprechend groß ist auch das Gedränge der Menschen, die die Fähre nach New Orleans in Algiers besteigen und auf eine riesige Party am Ende der Reise hoffen, wenn sie an der Canal Street anlegen und ins French Quarter strömen. Keiner ahnt, dass die gute Laune innerhalb von wenigen Minuten, um Punkt 10 Uhr 50, in jähes Entsetzen umschlagen wird. Als ein Sicherheitsbeamter an Bord der Fähre den auffälligen Four-Wheel-Drive im Garagenbereich bemerkt und sieht, dass der ganze Kofferraum mit Sprengstoff gefüllt ist, ist es bereits zu spät: Im nächsten Augenblick wird die Ladung gezündet. Eine unfassbare Explosion zerreißt die Stille auf dem alten Mississippi – und mit ihr die riesige Fähre, die sofort sinkt. Nachdem die Polizei und die Rettungsdienste ihre Arbeit getan haben, wird man 543 Todesopfer beklagen – der größte Terroranschlag in den USA seit 9/11. Nur die besten Leute werden an den Tatort geschickt – unter ihnen auch Forensikexperte Doug Carlin (DENZEL WASHINGTON) vom U.S. Bureau of Alcohol, Tobacco and Firearms (ATF), der die Spurensicherung für seinen aus unerfindlichen Gründen unerreichbaren Kollegen Larry Minuti (MATT CRAVEN) übernimmt. Selbst ein Vollprofi wie Doug ist schockiert über den entsetzlichen Anblick, der sich ihm bietet. Und doch geht er unbeirrt seiner Arbeit nach. Schnell hat er entsprechende Spuren entdeckt, dass es sich um die Explosion einer Bombe gehandelt haben muss. Von seinen Kollegen im Büro, die die Überwachungsbilder auswerten, erhält Doug den Hinweis, dass auf der Crescent City Bridge im Moment der Explosion ein einzelner Mann in Richtung Fähre blickte, um unmittelbar danach mit seinem Motorrad davonzubrausen. Es besteht kein Zweifel mehr: es war ein Anschlag mit terroristischem Hintergrund. Wie immer bei diesen Recherchen sucht Doug nach einem ungewöhnlichen Hinweis, der ihm hilft, seine Nachforschungen zu fokussieren. Diesmal kommt er in Gestalt der Leiche einer jungen Frau, die zwar dieselben schweren Brandspuren aufweist wie die anderen Opfer des Anschlags auch. Anders als die anderen Opfer wurde die Leiche von Claire Kuchever (PAULA PATTON) aber bereits um 10 Uhr 42 gefunden – Minuten vor dem Anschlag. Jemand hatte also versucht, ihre Ermordung so aussehen zu lassen, als wäre sie auf der Fähre gestorben. Hier hakt Doug Carlin ein: es ist das eine Teil des Puzzles, das nicht passt. Claire Kuchever soll ihn zum Attentäter führen – auch, weil Doug sofort eine starke Seelenverwandtschaft mit der Frau spürt und nach einem Besuch bei ihrem trauernden Vater doppelt entschlossen ist, ihren Tod aufzuklären. Der Weg führt Doug direkt in Claires kleine Wohnung im französischen Viertel. An einer Magnettafel sieht er ein paar Buchstaben, die zu den Worten „U can save her“ („Du kannst sie retten“) angeordnet sind. Er entdeckt Blutspuren und blutige Stoffreste. Auf ihrem Anrufbeantworter findet er fünf Anrufe – vier stammen aus der Zeit vor dem Attentat; zweimal ihr Vater, einmal ihre beste Freundin, ein Anrufer hat keine Nachricht hinterlassen. Einer ist von 13 Uhr 18, also nach der Explosion eingegangen. Doug ist verblüfft, als er seine eigene Stimme hört. Unwissentlich hatte er Claires Nummer gewählt, weil ein Kollege ihm die Nachricht hinterlassen hatte, er solle sich dort melden. Doug weiß ganz einfach, dass Claire der Schlüssel zur Lösung des gesamten Falls sein muss. Mit Einsatzleiter Jack McCready (BRUCE GREENWOOD) und FBI-Agent Pryzwarra (VAL KILMER) rekonstruiert Doug das Attentat auf die Fähre. Die beiden Männer sind beeindruckt von seinen Fähigkeiten und seinem Engagement – und müssen ihm gestehen, dass sein langjähriger Partner Larry genau deshalb unerreichbar ist, weil auch er zu den Opfern auf der Fähre zählt. Und sie weihen Doug in ein noch größeres Geheimnis ein – ein Geheimnis, das sein Leben auf immer verändern wird: Pryzwarra führt den verblüfften ATF-Mann in ein improvisiert wirkendes Büro, in dem eine Gruppe junger Wissenschaftler und Techniker emsig an der Arbeit ist. Die Leute starren auf einen großen Bildschirm. Darauf ist die Fähre zu sehen, die von Algiers nach New Orleans fährt – wie sie vor exakt vier Tagen und sechs Stunden aussah. Nach einigem Zögern und ein paar Ausflüchten erklären Projektleiter Denny (ADAM GOLDBERG), die Wissenschaftlerin Shanti (ERIKA ALEXANDER) und der begabte Computerzauberer Gunnars (ELDEN HENSON) dem erstaunten Doug, was er da tatsächlich sieht. Bei Experimenten waren die Wissenschaftler auf ein so genanntes Wurmloch gestoßen, das es ihnen ermöglicht, in einem gewissen Radius in die Vergangenheit zu sehen. Immer exakt vier Tage und sechs Stunden, aus allen erdenklichen Winkeln, die man anwählt – jedoch ohne noch einmal zurückspulen und einen anderen Blickwinkel wählen zu können. Doug nutzt die Gelegenheit und bringt die Techniker dazu, nicht die Fähre, sondern Claire Kuchevers Haus zu observieren. Er ist sich sicher, dass der Attentäter Kontakt zu ihr hatte. Wenn man nur Geduld zeigt, wird man mit Claires Hilfe auf seine Spur kommen. Fasziniert wird Doug Zeuge davon, wie Claire Kuchever lebte – und es besteht kein Zweifel, dass er längst mehr für sie empfindet als bloß professionelles Interesse. Und beinahe ist er auch sicher, dass sie spüren kann, dass sie beobachtet wird – aus der Zukunft. Dougs Instinkt erweist sich als richtig: Ein Unbekannter meldet sich bei Claire, um sich nach ihrem Geländewagen zu erkundigen, den sie zum Verkauf anbietet – zweifellos ist es der Terrorist. Mittels Aufzeichungen von Überwachungskameras gelingt es den Agenten, den Ort zu lokalisieren, von dem aus der Mann anruft. Obwohl sie nur seinen Rücken sehen können, gelingt es ihnen mithilfe des Abgleichs mit weiteren Überwachungsbildern, den Mann in der Nähe der Fähre zu entdecken – zwei Tage vor dem Attentat und sieben Stunden, bevor sie ihn im Zeitfenster ins Bild holen können. Pryzwarra ist nun sicher, dass man ihn schnappen wird. Doch Doug resigniert: Claire würde man dennoch verlieren. Das will er jedoch nicht zulassen. Mit einem Laserlichtstrahl versucht er, aus der Gegenwart Kontakt mit Claire in der Vergangenheit aufzunehmen – und sorgt damit für einen Systemzusammenbruch. Tatsächlich scheint es also möglich, Nachrichten in die Vergangenheit zu übermitteln – wie ihm auch die Wissenschaftler im Labor versichern, da sich laut String-Theorie die unterschiedlichen Parallelwelten im Zeit-Raum-Kontinuum bisweilen nur Millimeter voneinander entfernt befinden. Doug will nichts unversucht lassen und schickt eine schriftliche Botschaft in sein Büro, wo und wann der Killer anzutreffen ist – doch nicht er bekommt sie zu lesen, sondern sein Partner Larry, der sich sofort auf den Weg macht. Der Zeitpunkt ist gekommen, dass man den Attentäter mittels der Laborvorrichtung an der Fähre entdecken kann – ein Durchschnittsgesicht, ein gewisser Carroll Oerstadt (JIM CAVIEZEL), wie sich später herausstellt. Entsetzt und hilflos werden Doug und die anderen Zeugen, wie Dougs Partner den Terroristen stellen will und dann von ihm niedergeschossen wird. Mit dem leblosen Körper fährt Oerstadt aus dem Sendebereich. Um ihn nicht aus den Augen zu verlieren, nimmt Doug mit einer mobilen Sendevorrichtung, die auf ein Auto montiert ist, die Verfolgung auf und lässt sich in der Gegenwart anhand der Bilder der Vergangenheit zu einer Verfolgungsjagd durch den Berufsverkehr lenken. Das führt die Beamten zum Versteck Oerstadts in den Bayous. Sie können zwar Larry nicht retten, aber auf diese Weise den Attentäter verhaften. Carroll Oerstadt zeigt sich geständig und macht beim Verhör gegenüber Doug kein Hehl aus seinen Taten. Es sei alles vorbestimmt gewesen ... Schicksal ... Dem FBI reicht dieses Geständnis, um den Fall abzuschließen und das Labor bis auf Weiteres zu sperren. Für Doug ist das eine Katastrophe. Denn er ist sich sicher, dass er Claire retten kann, wenn man ihn zurückschickt in die Vergangenheit, an den Ort des Verbrechens ...

Kommentare

(12) BOYerchen vergibt 7 Klammern · 02. Februar 2007
Alles etwas uebertrieben, aber trotzdem ein ziemlich gelungener Film.
(11) Technohase vergibt 9 Klammern · 28. Januar 2007
Wieder einmal ein guter Jerry Bruckheimer Film der zum Nachdenken anregt! :)
(10) Element vergibt 7 Klammern · 27. Januar 2007
Wenn man von den extremen Logikfehlern absieht, ein sehr spannender Film im typischen Bruckheimer-Stil.
(9) smallbabe vergibt 10 Klammern · 24. Januar 2007
Oh man ich möchte wissen, wie die in Hollywood immer auf solche Geschichten kommen...War aber sehr gut gemacht und gehört für mich zu den Filmen, wo man nicht unbedingt warten muss, bis der auf DVD erscheint...
(8) Riggs688 · 16. Januar 2007
Ich fand den Film gut., trotzdem der Hinweis an den Verfasser des "Promo-Textes": Nicht FBI-Agent sondern ATF-Agent, auch wenn er mit dem FBI zusammenarbeitet.
(7) xhollowboyx vergibt 9 Klammern · 11. Januar 2007
Fand den Film verdammt spannend!! Kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen!!! Einer der wenigen Filme, bei denen ich nicht auf die Uhr geschaut hab *g*
(6) fbm2000 vergibt 8 Klammern · 09. Januar 2007
Guter Film, sollte man zweimal kucken um die Feinheiten besser zu sehen.... Zeitreiseparadoxon !
(5) ronin11 vergibt 8 Klammern · 02. Januar 2007
ziemlich guter film! das zeitreisegenre wurde endlich mal etwas überzeugender rübergebracht und auch so eine sehr fesselnde story!
(4) k160078 vergibt 7 Klammern · 30. Dezember 2006
fand den film auch sehr sehenswert, bis auf ein paar logische fehler ;-) aber das hat so ziemlich jeder film bei dem versucht wird die vergangenheit zu ändern alles in allem eine gute unterhaltung für den winterurlaub plus punkte gibt es auch für die relativ lange laufzeit von ca. 2 stunden (ich bin der meinung dass filme unter 100min nicht ins kino gehören...)
(3) k35458 vergibt 8 Klammern · 30. Dezember 2006
Toller Film mit Denzel Washington. Punktabzug gibts nur für die etwas unglaubwürdige Liebesgeschichte und die kleinen logischen Fehler. Man darf halt nicht vergessen das ein wenig Sience Fiction beigemischt ist.
(2) RolyK vergibt 8 Klammern · 30. Dezember 2006
Es gibt wenig Filme, die eine (einigermaßen) glaubhafte Theroie über Zeitsprünge aufstellen und auch noch so umsetzen, dass man denkt es könnte passen. Deja Vu gehört auf jeden Fall dazu! Ein spannender Thriller, bei dem man spätestens in der letzten Szene einsieht, dass man vielleicht doch noch nicht alles schon mal gesehen hat.
(1) ErMi vergibt 8 Klammern · 26. Dezember 2006
Immer diese Happy Ends verursacht durch Multiuniversen! Ernsthaft: Wenn ein CTU-Agent mit Fähigkeiten einer CSI/CIS-100-Schaft und der Adrenalinladung eines in Fahrt geratenen Denzel Washingtons in einem Film mitspielt, dann ist im Grunde schon alles gelaufen und doch alles unklar und offen. Die Vergangenheit ist nicht unverrückbar und festgeschrieben. Nein! Es geht um Terrorismus, Zeitsprünge und, wie könnte es anders sein, um Liebe. Alles in allem ein sehenswerter Film.
 

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