Kein Anstand mehr?

Wer möchte, kann sich gerne mal an einem beliebigen Nachmittag bei mir einfinden. Dann schnappen wir uns meinen Sohn, setzen den in den Kinderwagen und schlendern durch die Stadt und durch Geschäfte. Wenn wir wieder zurück sind, spätestens dann habt Ihr den Glauben an die Freundlichkeit im Menschen verloren, weil:

1. von bestimmt 100 Schwingtüren, durch die ich gehe mit Kinderwagen, werden mir max. 2 aufgehalten von den Leuten, die vorher durchgehen.
2. kein Mensch einem dabei hilft, den Kinderwagen ein paar Stufen hoch- oder runterzutragen
3. weil selbst Verkäufer, die gerade popelnd im Laden stehen, keine Lust haben, einem mal die Tür aufzuhalten
4. weil im Bus auf den Stellplätzen, wo das Kinderwagenschild darüber klebt, garantiert eine Horde Schüler rumhängt, die leider auch nichts hören, weil sie gerade alle anderen Fahrgäste mit ihren Ohrhörern mitunterhalten.
5. Weil an Ampeln grundsätzlich alle nebeneinander gehen und von den Menschen, die von der anderen Seite kommen, nicht mal 50cm Platz gemacht werden.
6. Weil Autofahrer es nicht schaffen, ihre Autos innerhalb der weissen Striche zu parken, sondern grundsätzlich auf 3/4 des Bürgersteigs, so dass man mit einem Kinderwagen nicht mehr auf dem Bürgersteig laufen kann.
7. Weil erwachsene Menschen ihre (grossen) Hunde auch in die Stadt mitnehmen müssen, aber dann nicht aufpassen, wo das Tier gerade seine Nase reinsteckt, z.B. in den Kinderwagen. Und da hat das Maul eines Dogo Argentino wahrlich nichts verloren.

Soll ich weitermachen?

Marty
 
Wer möchte, kann sich gerne mal an einem beliebigen Nachmittag bei mir einfinden. Dann schnappen wir uns meinen Sohn, setzen den in den Kinderwagen und schlendern durch die Stadt und durch Geschäfte. Wenn wir wieder zurück sind, spätestens dann habt Ihr den Glauben an die Freundlichkeit im Menschen verloren, weil:

Marty

Ich kenne das und bin erst mal froh noch das meine Tochter keinen Kinderwagen mehr braucht, aber das 2. ist schon unterwegs und das selbe spiel geht wider von vorn los. :(
 
Soll ich weitermachen?

Jo, is inzwischen standard. Aber ich reg mich auch über jeden kleinen krust auf z.B. wenn ich an der Haltestelle am Bahnsteig auf die Bahn warte und dann ne halbe Minute bevor die bahn kommt sich jemand unmittelbar vor mich stellt, da frag ich mich auch manchmal, wo der Anstand geblieben ist.

Ich denke, dass das auch ein Phänomenen der individualisierten Gesellschaft ist. Früher gab es eine Art Respekt zwischen Generationen usw. Aber heutzutage lebt kaum eine Großfamilie noch zusammen und daher fehlt den Leuten unterschiedlicher Generationen auch ein wenig Erfahrung und Sensibilität im Umgang miteinander.
Wir sind eben im Zeitalter der Einzelkämpfer angekommen und da muss jeder seinem eigenem Vorteil entgegenstreben.
 
Was mich am momentan herrschenden "Individualismus" stört, ist die Tatsache, dass überhaupt keine Rücksicht auf andere genommen wird - Alles zu meinem Vorteil, auch wenn es einem anderen schadet.

Sorry, Taliesyn: Da läuft dein "Traum" auf einen großen Kampf "Jeder gegen Jeden" hinaus - und nicht auf ein "Jeder wird glücklich". Timo_Hildebrands Bild vom "Einzelkämpfer" trifft es genau!

Für mich eher ein Albtraum.
 
Diese Ignoranz wird auch erst verständlich, wenn man auf Hilfe anderer angewiesen ist. So lange man keine Hilfe braucht, kann es einem ja egal sein. Den Wert erkennt man, wenn man ihn nicht mehr hat.^^
 
Sorry, Taliesyn: Da läuft dein "Traum" auf einen großen Kampf "Jeder gegen Jeden" hinaus - und nicht auf ein "Jeder wird glücklich". Timo_Hildebrands Bild vom "Einzelkämpfer" trifft es genau!

Ich habe auch nie behauptet, dass jeder glücklich werden wird (oder soll). Ich differenziere ganz klar zwischen Freiheit (erstrebenswert) und Glück (nicht erstrebenswert)...
 
Ich habe auch nie behauptet, dass jeder glücklich werden wird (oder soll). Ich differenziere ganz klar zwischen Freiheit (erstrebenswert) und Glück (nicht erstrebenswert)...

Präziser: Nur wird auch nicht jeder frei, wenn einige ihre Freiheit ausleben auf kosten von anderen... Das ist Diktatur und Unterdrückung - nur im kleinen Maßstab.
 
Präziser: Nur wird auch nicht jeder frei, wenn einige ihre Freiheit ausleben auf kosten von anderen... Das ist Diktatur und Unterdrückung - nur im kleinen Maßstab.

Wenn einige ihre Freiheit rücksichtslos ausleben, können andere das auch...außerdem sagte ich doch, dass wir weit davon entfernt sind, wirkliche Freiheit des Individuums zu genießen. Das heutzutage ist keine Freiheit, sondern eine pervertierte Form des Gruppenzwangs - es ist einfach "uncool", Rücksicht zu nehmen.
 
8O Gewalt?
Du glaubst ernsthaft, man kann einem Kind, Teenie, Menschen allgemein anstand, Höflichkeit und Respekt einprügeln?
Tolles Vorbild :roll:

Interresant:
Aus am Ohr ziehen und Ohrfeige, wird einprügeln.
Ich bin kein prügelnder Vater, aber meine Tochter hat in 13 Jahren genau
2 Ohrfeigen bekommen, da steh ich dazu.

Eine Ohrfeige hat noch nie jemanden geschadet (Mich eingeschlossen, und rückblickend darf ich sagen ich hatte sie zu 99% redlich verdient und meine Quote war deutlich höher als die meiner Tochter)

Es gibt Sachen über die kann man reden, diskutieren etc. Es gibt Sachen da muss man reagieren.

Ist mir jüngst passiert:
Ein ca. 15 jähriger geht ohne ersichtlichen Grund an der Bushaltestell auf einen ca. 8 jährigen los, und hält ihn im Schwitzkasten. Ich sag zu ihm er soll den kleinen loslassen. Antwort: "Halt dein Maul du altes Arschloch!" 5 Sekunden später: "Das sag ich meinem Papa, der zeigt dich an!" .. sein Vater war da aber anderer Meinung.
Wie kommt dieses wertvolle Mitglied unserer Gesellschaft auf die Idee, dass ich nicht darf was er gerade tut? Wenn er weis, dass ich ihm keine schmieren darf, warum weis er dann nicht das er nicht einfach auf einen kleinen losgehen darf? Hab ich ihm nun die Freiheit genommen seine Individualitat und seine Ablehnung gesellschaftlicher Zwänge auszuleben?

Aber eines weiß ich: Die Mutter von dem kleinen bekommt diesesmal auf die Frage " Hat dir keiner geholfen?" die Antwort: "Doch da war jemamd.."
und der Große hat in 5 Sekunden gelernt, das RESPEKTLOSES Verhalten Folgen hat. Ich glaube nicht, dass er nochmal zu einem erwachsenen Mann "altes A... " sagt. (Ich bin nicht alt!)

Jetzt muss ich aber ausdrücklich wiederholen: eine Ohrfeige. Kein Schwinger mit der Faust, kein Holzprügel, keine Fusstritte......

Es geht auch ohne:
Meine damals 11 jährige Tochter war mit einer Antwort meiner Frau nicht zufrieden nannte sie eine "blöde Kuh" rannte in ihr Zimmer und schlug die Tür zu. Ich ging hinterher und sagte: "Wenn du noch einmal deine Mutter oder mich derart beschimpfst, oder deine Wut an Möbeln oder Türen auslässt, bekommst du ohne Warnung ein Schelle!" (so heist das bei uns) Antwort: "Das darfst du nicht, dann zeig ich dich an!". Toll... ihre Rechte kennt sie ja schon.
Ich sagte:"Dann mach das, sei dir aber auch der konzequenzen Bewust. Das ist nämlich dann der Moment in dem hier jemand ausziehen darf." 2 Minuten schweigen, wieder in die Küche: "Entschuldigung Mama, tut mir leid!" ... na auch wieder eine Pflicht gelernt... OHNE PRÜGEL
Seit dem kamen keine Beleidigungen mehr, und die Türen sind immernoch heil.

Jetzt kommt wahrscheinlich: Ja weist Du die schimpft jetzt nur nicht mehr, weil du sie mit Rauswurf und Gewalt bedrohst, das ist psychologisch bedenklich, steht der freizügigen Entwicklung ihrer Individualität im Wege, sie entwickelt sich zu einem bla bla bla......

Es ist mir egal warum sie sich benimmt, Hauptsache sie tut es und das tut sie auch wenn wir nicht in der Nähe sind.

Fällt mir eben wieder der kleine Klaus-Dieter ein:
Der fünf jährige antiautoritär (=gegen die Obrigkeit?) erzogene Sohn eines Bekannten, hat eine tolle Angewohnheit die ein Psychologe bestimmt deuten kann. Egal wo er hinkommt geht er in die Küche und schaltet alle Herdplatten ein zu Hause und bei Freunden. Seine Mutter schimpft nicht mal. sie sagt nichts, geht halt hinterher und macht den Herd wieder aus. Vorbildlich!

Bei uns geht er nicht einmal mehr in die Küche. Das tat er einmal. Beim zweiten Mal hat ihn meine Frau erwischt. Es gab einen Klapps auf die Finger.
Das war für ihn eine ganz neue Erfahrung, die hat er lauthals Kund getan, seine Mutter war schockiert, hat sich aber wieder beruhigt.
Erledigt. Ok hier wird es den Einen oder Anderen geben der mit einem 5 Jährigen, die Gefahren, die umweltpolitischen Faktoren, den Stromverbrauch usw. diskutieren würde. Ich tue das nicht.

Und zum Thema Bus:
Ich frage einmal und höfflich (so bin ich erzogen). Dann räum' ich die Taschen weg. Wenn man allerdings die Entwicklung so betrachtet, ist zu erwarten, dass der Besitzer der Taschen in 20-30 jahren garnicht fragt, sondern sich draufsetzt.

So denkt was Ihr wollt:

Wie mann in den Wald schreit, so kommt's zurück!

Gruß
Martin
 
Es ist mir egal warum sie sich benimmt, Hauptsache sie tut es und das tut sie auch wenn wir nicht in der Nähe sind.
Euer Familienleben kenne ich natürlich nicht und weiß nicht wie intakt das ist. Deiner Meinung nach wahrscheinlich sehr intakt, klingt zumindest so.

Jedenfalls dann doch mal kurz was zu obigem Zitat:

So ganz egal sollte es dir vielleicht dann doch nicht sein warum sich deine Tochter gut benimmt. Möchtest du nur ein Vorzeigekind haben, was eigentlich total Angst hat irgendwas falsch zu machen oder was falsches zu sagen? Besteht nicht die Gefahr, dass es alles in sich reinfrisst was sich an Frust anstaut über die Jahre?

Vielleicht ist dir der Satz auch nur so raus gerutscht, weil er eigentlich gar nicht zum Rest deines Beitrags passt, aber das kommt mir trotzdem ein bisschen komisch vor.
 
Interresant:
Aus am Ohr ziehen und Ohrfeige, wird einprügeln.
Ich bin kein prügelnder Vater, aber meine Tochter hat in 13 Jahren genau
2 Ohrfeigen bekommen, da steh ich dazu.

Zitat: "Wenn sie oft genug geohrfeigt werden ..."
Ist für mich Mehrzahl. Mehrzahl ist für mich "Gewalt".
Ich bin auch mit Arschvoll und Ohrfeigen Groß geworden. Geschadet hat es mir auch nicht. Aber ich werde niemals den Schmerz im Herzen vergessen. Egal ob ich es "verdient" habe oder eben weil meine Mutter sich in dem Moment bei meinem Benehmen nicht anders zu wehren wusste. Ich trage ihr nichts nach. Aber dennoch finde ich es falsch.

Es gibt Sachen über die kann man reden, diskutieren etc. Es gibt Sachen da muss man reagieren.

Selbstverständlich. Ich habe mit meiner 2jährigen Tochter auch nicht über den Herd diskutiert. Der war tabu und basta.
Es kommt immer auf die Situationen an und nur weil du als Mann in der Lage bist, einen Halbwüchsigen in Schwitzkasten oder was weiß ich zu nehmen, muss ich das noch lange nicht in Ordnung finden.
Es kommt immer auf die Situation an. Es ist was anderes, wenn man eine Prügelei verhindern will oder ein Teenie nur nicht von seinem Platz aufstehen möchte.

Es ist mir egal warum sie sich benimmt, Hauptsache sie tut es und das tut sie auch wenn wir nicht in der Nähe sind.

Es ist dir egal? Fein. Wenn dich das glücklich macht.
Mich würde schon im Nachhinein interessieren, was mein Kind dazu gebracht, sich dermaßen im Ton zu vergreifen. Nicht sofort und nicht gleich. Aber später, wenn die Emotionen bisschen verraucht sind, dann hätte ich gefragt. Und wenn die Antwort gewesen wäre, dass ihr in dem Moment eben so war, mich zu beleidigen, dann ist das eben so. Kinder haben auch Gefühle und Probleme, manchmal haben sie überhaupt nichts mit den Eltern zu tun, nur wir kriegen es mit "Nichtbenehmen" ab.
Ich kenne dein Kind nicht, kenne deine Familie nicht. Aber hast du mal darüber nachgedacht, wie weh du deinem Kind in dem Moment getan hast, mit deiner Drohung? Manchmal können Worte mehr verletzen als jede Prügel.

Nur eins weiß ich. Kein Kind, kein Teenie "benimmt" sich, wenn Eltern nicht da sind. Das ist ein Unding. Man merkt Kindern an, ob sie "erzogen" sind, das schon, aber zwischen "benehmen = Eltern" und "benehmen=ohneEltern" ist ein Unterschied. Das ist auch nicht negativ gemeint. Jeder Mann verhält sich mit seiner Frau zusammen ebenfalls anders als wenn er mit seinen Kumpels unter sich wäre, genauso umgekehrt. Völlig normal.

Ich habe in der Erziehung auch nicht immer alles ausdiskutiert, je nach Alter und Situation waren es entweder "Basta" oder eben "darüber reden". Nur Ohrfeigen helfen nicht. Da bin ich mir ganz sicher.
 
Jetzt kommt wahrscheinlich: Ja weist Du die schimpft jetzt nur nicht mehr, weil du sie mit Rauswurf und Gewalt bedrohst, das ist psychologisch bedenklich, steht der freizügigen Entwicklung ihrer Individualität im Wege, sie entwickelt sich zu einem bla bla bla......

Nun, wenn das eine einmalige Sache war, ist das nicht weiter bedenklich. Wenn du dein Kind öfters mit solchen Methoden disziplinierst, würde ich mir nicht nur Gedanken um dein Kind, sondern auch um dich machen ;)

Aber gut, es ist allein dir überlassen, wieviel Geduld du deinem Kind entgegen bringst.


Und bevor mir vorgeworfen wird, ich wäre ein frecher Bengel, der einen Erwachsenen in puncto Erziehung kritisiert, ohne selbst Kinder zu haben: Ich habe meine kleine Schwester im Prinzip alleine erzogen, weil meine Eltern aus beruflichen Gründen nicht die Zeit dafür hatten. Und offensichtlich hat es auch ohne Ohrfeigen und Drohungen gut geklappt.

Wie mann in den Wald schreit, so kommt's zurück!

Richtig, und das gilt übrigens in beide Richtungen ;)
 

Das ganze Posting drückt doch nur eins aus: du setzt das, was du willst/für richtig hältst, mit Gewalt (Ohrfeigen - und ja, ich erachte das als Akt der Gewalt, der nicht zu tolerieren ist) oder mit einer Art von Nötigung (indem du Taschen einfach wegnimmst, was dir nicht zusteht) durch - du bist mit diesem Verhalten in keinster Weise besser als die "rücksichtslosen Teenies", die du ja so gerne und überall maßregelst, damit sie nach außen hin bessere Menschen werden...
 
Nein, können sie nicht - wenn die Voraussetzungen fehlen: entweder körperlich (Alter, Gesundheit, im aktuellen Fall Schwangerschaft) oder intellektuell

Biologische Grenzen, die man nicht durchbrechen kann. Aber innerhalb des (dann kleinen) Rahmens ist das durchaus möglich. - Das ist aber auch die ganz falsche Ebene, denn individuelle Freiheit ist erst möglich, wenn gesellschaftliche Strukturen und Pflichten nicht mehr vorhanden sind. Insofern ist unsere Diskussion müßig.
 
Das ganze Posting drückt doch nur eins aus: du setzt das, was du willst/für richtig hältst, mit Gewalt (Ohrfeigen - und ja, ich erachte das als Akt der Gewalt, der nicht zu tolerieren ist) oder mit einer Art von Nötigung (indem du Taschen einfach wegnimmst, was dir nicht zusteht) durch - du bist mit diesem Verhalten in keinster Weise besser als die "rücksichtslosen Teenies", die du ja so gerne und überall maßregelst, damit sie nach außen hin bessere Menschen werden...

Exakt was ich erwartet habe:

Ich bin ein prügelnder Zeitgenosse, der den ganzen Tag alle verprügelt und bedroht, die nicht nach seiner Pfeife tanzen. Klar

Auch du wirst über kurz oder lang lernen müssen:
1. Jedes handeln, hat konzequenzen.
2. Deine Freiheit endet genau da wo die eines anderen anfängt.
Und nebenbei zum Thema Essen:
Meine Frau und auch ich kochen nichts, was gesundheitschädlich oder giftig wäre. Und das wird auf den Tisch gestellt. Wer das nicht mag, und das weis man zu 98% erst wenn man es versucht hat, muss es nicht essen. Da wir aber kein Restaurant haben gibt es nichts anderes.
Es sei denn es gibt etwas wo klar ist das jemand es sowieso nicht mag, der bekommt was anderes.

Und wenn du nicht in 20 Jahren auf einer einsamen Insel den gesellschaftlichen Zwängen entflohen bist, und mit Frau und 3 Kindern am Mittagstisch sitzt, und ihr feststellen müsst, daß auf 5 Essenslisten zusammen 200 Sachen stehen die nicht auf den Tisch dürfen, dann Malzeit!

So ganz egal sollte es dir vielleicht dann doch nicht sein warum sich deine Tochter gut benimmt. Möchtest du nur ein Vorzeigekind haben, was eigentlich total Angst hat irgendwas falsch zu machen oder was falsches zu sagen? Besteht nicht die Gefahr, dass es alles in sich reinfrisst was sich an Frust anstaut über die Jahre?

Vielleicht ist dir der Satz auch nur so raus gerutscht, weil er eigentlich gar nicht zum Rest deines Beitrags passt, aber das kommt mir trotzdem ein bisschen komisch vor.

Du hast recht, es ist mir nicht wirklich egal. Ich denke auch darüber nach ob das richtig war oder nicht.
Und wenn ich erkenne dass ich einen Fehler gemacht habe, breche ich mir keinen Zacken aus der Krone wenn ich zu meiner Tochter gehe und mich entschuldige. Ich erwarte mir gegenüber auch nur soviel Anstand von ihr, wie ich ihr gegenüber aufbringe und ihr vorlebe.

Wenn Ich daheim rumlaufe, schimpfe, schrei und meine persönliche Freiheit über alle Grenzen hinweg auslebe, kann ich nicht erwarten, das mein Kind jetzt und später etwas anderes macht.

Meine Tochter hat ihren eigenen Kopf und ihre eigene Meinung und das ist gut so.
Zum Beispiel:
"Hol mir bitte einen Teller." Das macht sie, und wenn sie es zu mir sagt mach ich es auch. @Taliesyn: Nein keiner von uns macht das aus Angst.
2. Beispiel:
"Hol mir bitte meine Zigaretten." Antwort: " Nein, rauchen ist schädlich, hol sie dir gefälligst selber." Das ist OK, sie hat recht! @Taliesyn: Nein, sie wird nicht windelweich geschlagen, erpresst und bedroht!

Wir haben an 90% aller Tage im Jahr viel Spaß, vertrauen uns, können uns aufeinander verlassen und sind alle fähig KOMPROMISSE zu schliesen.

Es ist dir egal? Fein. Wenn dich das glücklich macht.
Mich würde schon im Nachhinein interessieren, was mein Kind dazu gebracht, sich dermaßen im Ton zu vergreifen.

Das weis ich schon. Es ging nicht nach Ihrem Kopf

Nicht sofort und nicht gleich. Aber später, wenn die Emotionen bisschen verraucht sind, dann hätte ich gefragt. Und wenn die Antwort gewesen wäre, dass ihr in dem Moment eben so war, mich zu beleidigen, dann ist das eben so.

Meinst du wenn ich das zu einem Lehrer, einem Chef, einem Polizisten, einem Fremden auf der Straße sage hilft mir das weiter?

Kinder haben auch Gefühle und Probleme, manchmal haben sie überhaupt nichts mit den Eltern zu tun, nur wir kriegen es mit "Nichtbenehmen" ab. Ich kenne dein Kind nicht, kenne deine Familie nicht. Aber hast du mal darüber nachgedacht, wie weh du deinem Kind in dem Moment getan hast, mit deiner Drohung? Manchmal können Worte mehr verletzen als jede Prügel.

Das hab ich wohl, jedoch hat auch mein Kind über seinen Ausspruch nachgedacht.


Gruß
Martin
 
Ich bin ein prügelnder Zeitgenosse, der den ganzen Tag alle verprügelt und bedroht, die nicht nach seiner Pfeife tanzen. Klar

Ich habe nie behauptet, dass du den ganzen Tag um dich schlägst und alle Welt bedrohst...

Auch du wirst über kurz oder lang lernen müssen:
1. Jedes handeln, hat konzequenzen.
2. Deine Freiheit endet genau da wo die eines anderen anfängt.

Das jede Handlung eine Konsequenz hat, muss ich nicht lernen, aber danke, dass du es besser weißt.
Ebenso weiß ich selbst, dass meine Freiheit da endet, wo die eines anderen anfängt. Das ist es, was ich in meiner Gesellschaftskritik als Missstand aufzeige.

Und wenn du nicht in 20 Jahren auf einer einsamen Insel den gesellschaftlichen Zwängen entflohen bist, und mit Frau und 3 Kindern am Mittagstisch sitzt, und ihr feststellen müsst, daß auf 5 Essenslisten zusammen 200 Sachen stehen die nicht auf den Tisch dürfen, dann Malzeit!

Wenn man davon absieht, dass ich eine einsame Insel ganz entspannend fände und Dinge wie Ehe oder Familie nicht in irgendeiner Form erstrebenswert auf mich wirken: wenn es so wäre, dass jeder eine eigene Liste mit Dingen, die er nicht isst, hätte, dann wäre das eben so und ich wäre der Letzte, der sich darüber beschwerte...

"Hol mir bitte einen Teller." Das macht sie, und wenn sie es zu mir sagt mach ich es auch. @Taliesyn: Nein keiner von uns macht das aus Angst.
2. Beispiel:
"Hol mir bitte meine Zigaretten." Antwort: " Nein, rauchen ist schädlich, hol sie dir gefälligst selber." Das ist OK, sie hat recht! @Taliesyn: Nein, sie wird nicht windelweich geschlagen, erpresst und bedroht!

Hat bei meinen Eltern und mir auch so geklappt, ohne, dass ich jemals in dieser Hinsicht gemaßregelt, ermahnt oder geohrfeigt worden wäre. Das erlaubt drei Rückschlüsse (such dir selbst aus, welchen du bevorzugst, ich erachte den Dritten für richtig): entweder bin ich ein besonders vernünftiges Kind gewesen; oder dein Kind ist besonders ignorant und rebellisch, sodass du eine physische Bestrafung als mitunter nötig und vor allem hilfreich erachtest; oder es gibt mehrere Wege, seine Kinder zu erziehen.
 
Das ist ja mal voll die Dreistigkeit wenn Leute eine schwangere Frau nicht mal sitzen lassen. Sie hat während der Schwangertschaft eh schon Probleme mit dem längeren Stehen. Ich finde so etwas unverschämt und das grenzt einfach an einer Unglaublichkeit.

Ich finde zudem das aber auch erwachsene sip zielmlich schlimm sein können, was Bus und Bahn<---Verhalten betrifft. Grade in Strassenbahnen sind alle Altersklassen dabei die eben immer zuerst einsteigen wollen, da sie denken das sie sonst keinen Platz mehr bekommen könnten oder aber das sonst die Bahn ohne sie fährt.