Kein Anstand mehr?

Ich weiß nicht woran es liegt, daß man den Eindruck bekommen könnte, die Jugend hätte keinen Respekt mehr. Seien es lautgestellte Musikabspielgeräte, Pöbeleien, Sachbeschädigungen oder einfach dieses Nichtplatzmachen. Ich finde das sehr erschrecken und extrem bedenklich.
Es zieht sich hier schon wieder durch den ganzen Thread und ich muss es leider mal wieder entkräften, obwohl ich das schon zig mal gemacht habe:

Warum werden schon wieder alle Jugendlichen über einen Kamm geschert? Immer diese Formulierung: "Die Jugendlichen machen keinen Platz im Bus!", oder: "Die Jugendlichen von heute sind überhaupt nicht mehr hilfsbereit, früher war alles besser!", wie kommt das zu stande?

Wenn ich durch die Stadt gehe und vielleicht noch ein Stück mit der U-Bahn fahre, dann begegnen mir freundliche und unfreundliche Menschen. Und die unfreundlichen Menschen kommen garantiert aus jeder Altersgruppe. Nachher stelle ich mich aber auch nicht hin und sage: "Diese Rentner von heute sind total unfreundlich zu mir." Damit würde ich hier wahrscheinlich wieder eine riesen Welle lostreten.

Also: Wenn ihr ab und an mal auf einen unfreundlichen Jugendlichen trefft, dann ist das lediglich ein Spiegelbild der gesamten Gesellschaft, aber nicht die Regel.

Wenn doch, dann würde ich mal die Wohngegend wechseln. :ugly:

Auch Dinge wie jemanden die Tür aufhalten ist mittlerweile eine Seltenheit geworden. Warum? Ich merke es daran, wie Leute gucken, wenn ich es mal mache.
Wenn ich in ein Kaufhaus gehe und der Person hinter mir die Tür aufhalte, dann kommt in 90% zumindest ein freundlicher Blick. Und ich muss sagen, dass auch mir öfter mal die Tür aufgehalten wird.

Unsere Gesellschaft ist ist längst nicht so verkommen wie sie immer gemacht wird. Höflichkeit und Anstand sind noch keine Fremdwörter. Und garantiert gab es vor 50 Jahren auch schon Leute, die zu anderen Menschen grundsätzlich unfreundlich waren.
 
Warum werden schon wieder alle Jugendlichen über einen Kamm geschert?

Wir können ja alle für die Zukunft daran denken, dass wir immer schreiben "manche Jugendliche - nicht alle - Ausnahmen bestätigen die Regel - einige Jugendliche - bestimmte Jugendliche ..."

Natürlich meinen wir alle hier nicht alle Jugendliche, wir meinen nicht alle Kids, wir meinen nicht alle Erwachsenen und wir meinen auch nicht alle Rentner.
Dass sich überall in sämtlichen Altersgruppen, Bevölkerungsschichten, Staatsangehörigen usw. immer "solche" und "solche" befinden, wissen wir doch. Wir diskutieren hier aber genau über die Jugendlichen, die sich eben daneben benehmen, wir reden hier über die Frage, warum ist das so. Warum haben wir das Gefühl, dass es schlimmer geworden ist? Wissen wir genau, dass es schlimmer geworden ist oder ist das nur ein subjektiver Eindruck?

Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich empfinde es aber auch als schlimmer als früher 90iger Jahre. Und schlimmer als die Zeit wo ich ein Teenie war (80iger Jahre).

Andersrum kenne ich auch Rentner, die nörgelich und grummelig durch die Gegend laufen, egozentrisch und egoistisch reagieren aus den unterschiedlichsten Gründen.
Natürlich wissen wir alle, dass nicht jeder perfekt ist und wir greifen hier auch nicht alle an. Das sollte doch eigentlich im Grunde klar sein.
Es ist genauso, wie in anderen Thread wo über bestimmte Gruppierungen gesprochen wird, da meinen wir auch nicht immer alle. Nur sollen wir jeder das immer dazu schreiben? In jedem Thread, zu jedem Thema immer differenzen, immer dazu schreiben: ich meine nicht alle, aber ich meine, die es eben getan haben, über die schreibe ich hier und nicht über alle und nochmal zur Klarstellung: Selbstverständlich ist nicht jeder Erwachsene gemeint, nicht jeder Rentner, nicht jeder Student, nicht jeder Arbeitlose, nicht jeder Arbeitnehmer, nicht jeder Selbständige, nicht jeder Schüler?

Dann wird aber ein Beitrag ziemlich lang. :ugly:
 
Natürlich meinen wir alle hier nicht alle Jugendliche, wir meinen nicht alle Kids, wir meinen nicht alle Erwachsenen und wir meinen auch nicht alle Rentner.
Das kommt eben nicht immer rüber und bei manchen bin ich mir unsicher ob es wirklich so ist. Das bezieht sich nicht nur auf diesen Thread, das Thema hatten wir ja schon öfter.

Aber ich vertraue mal deinen guten Worten. ;)

Warum haben wir das Gefühl, dass es schlimmer geworden ist? Wissen wir genau, dass es schlimmer geworden ist oder ist das nur ein subjektiver Eindruck?
Leider habe ich ja keinen richtigen Vergleich, da ich selber erst 20 Jahre alt bin und nicht weiß wie es in den 80ern oder frühen 90ern um die "feine englische Art" der Jugend bestellt war.

In dem relativ kurzen Zeitraum den ich beurteilen kann merke ich da aber keinen Unterschied ehrlich gesagt.

Was ich festgestellt habe, ist, dass wenn man den Leuten von Anfang an mit Höflichkeit und Freundlichkeit begegnet, man genau das auch zurück bekommt. Egal ob im Kaufhaus, in der Bahn oder im Restaurant, eine freundliche Grundeinstellung hilft schon mal. Wer dagegen immer nur rumbrummelt, der kann auch keine Freundlichkeit von anderen erwarten.

Auch hier gibt es natürlich Ausnahmen, aber die bestätigen ja bekanntlich die Regel.
 
Warum haben wir das Gefühl, dass es schlimmer geworden ist? Wissen wir genau, dass es schlimmer geworden ist oder ist das nur ein subjektiver Eindruck?

Ist doch ganz normal...das, was dir höflich erscheint, würde deinen Urgroßvater in Angst und Schrecken ob der sittenlosen Barbarei versetzen...und genauso werden die Kinder dieser so rücksichslosen Zeitgenossen diese in Angst und Schrecken versetzen...das ist wie mit der Sprache, die auch jede Generation prägt und die vorangegangene verdorben empfindet.

Natürlich wissen wir alle, dass nicht jeder perfekt ist und wir greifen hier auch nicht alle an. Das sollte doch eigentlich im Grunde klar sein.
Es ist genauso, wie in anderen Thread wo über bestimmte Gruppierungen gesprochen wird, da meinen wir auch nicht immer alle. Nur sollen wir jeder das immer dazu schreiben? In jedem Thread, zu jedem Thema immer differenzen, immer dazu schreiben: ich meine nicht alle, aber ich meine, die es eben getan haben, über die schreibe ich hier und nicht über alle und nochmal zur Klarstellung: Selbstverständlich ist nicht jeder Erwachsene gemeint, nicht jeder Rentner, nicht jeder Student, nicht jeder Arbeitlose, nicht jeder Arbeitnehmer, nicht jeder Selbständige, nicht jeder Schüler?

Das nennt sich sprachliche Präzision und ist eben unbedingt erforderlich; wenn man nur einige meint, soll man das auch so schreiben (ein "manche" reicht doch vollkommen), insofern es nicht aus dem Kontext schon ersichtlich wird. Aber der Hang dazu, vorauszusetzen, dass alle nur von "manchen" ausgehen, ist nicht sonderlich hilfreich und stiftet Verwirrung...
 
Aber ich vertraue mal deinen guten Worten. ;)

Und ich vertraue einfach darauf, dass eben nicht jeder, der hier schreibt, eben immer verallgemeinert. Ich kann deinen Ansatz verstehen, ist in einigen Threads wirklich nicht immer offensichtlich. Aber ich persönlich meine niemals "alle". Manchmal hebe ich es hervor, manchmal eben nicht, weil das beim Schreiben schon anstrengend sein kann und ich vertraue dann darauf, dass andere Leser mich schon verstehen.

Leider habe ich ja keinen richtigen Vergleich, da ich selber erst 20 Jahre alt bin und nicht weiß wie es in den 80ern oder frühen 90ern um die "feine englische Art" der Jugend bestellt war.

Auch hier: Egal wann, egal in welchen Jahren wir alle Teenies waren oder nicht, es gab/gibt immer "Rüpel".
Aber von meinem Standpunkt aus, ist es schon schlimmer geworden. Ich hab ja noch einmal alles durchgemacht mit meiner Tochter und schon allein der Sprachgebrauch ist "schlimmer" in meinen Augen. Ausdrücke, die ich früher niemals in die "Hand" geschweige denn in den Mund genommen hätte, sind heutzutage normal. Als ich noch Teenie war, war Respekt gegenüber Erwachsenen normal, gegenüber Lehrern oder anderen Erwachsenen. Mag jetzt mit der Gesellschaftsform zusammen hängen oder eben mit der Erziehung meiner Mutter. Jedenfalls war es bei mir anders oder ich habe mich anders benommen, genauso meine Freunde. Auch wenn wir in Gruppen rumzogen, so haben wir Platz für Schwangere oder Ältere gemacht, auch wenn wir laut in der S-Bahn waren (Beispiel).
Durch meine Tochter habe ich auch vieles mitgekriegt. Allein der Respekt gegenüber Lehrer ist völlig uninteressant. Gegenüber Eltern? Niemals. Bei ihren Freunden ist es völlig normal über die Eltern als "Nutte" und Versager zu sprechen. Frag mich nicht, wo das herkommt.
Auch hier wieder: nicht alle Jugendliche. Wenn ich die Freunde meiner Tochter freundlich aufforderte, doch den Pizza- und Colamüll aufzuräumen, weil ich nicht die Putze meines Kindes bin, dann wurde zwar überrascht geguckt, aber anstandslos in die Küche geräumt.
Trotzdem hab ich durch sie viel mit gekriegt und bin teilweise erschüttert gewesen. Viele denken wirklich nicht nach. Zusammenhalt? Fehlanzeige. Wenn ich an die Gemeinschaft meiner Klasse denke, das ist heute nicht mehr, jedenfalls war es in all den Jahren meiner Tochter in deren Schulen überhaupt nicht.

Einfaches Beispiel z.B. Freunde meiner Freundinnen sind tabu gewesen, genauso Ex-Freunde (in einer Qlicke). Heutzutage? vergiss es, da nimmt sich jeder jeden, wann wo wie es ihm gefällt. Im Krieg und Liebe ist alles erlaubt. Laut Aussage meines Kindes.
Heißt nicht, dass es alle machen oder mein Kind das macht. Ich sage nur, wie meine Tochter mir die Teenies heutzutage erklärt hat.
Es gibt Hunderte Beispiele, die ich heir anführen könnte. Aber heutzutage sind Ellenbogen, Egoismus und Nichtnachdenken "normal".
Entweder es liegt an der Gesellschaft, der Erziehung, der fehlenden Vorbilder oder sonstiges. Ich weiß es nicht.
Ich bin da echt ziemlich altmodisch in meinem Denken, ich finde vieles nicht gut, wie unter anderen Vorbilder wie Sänger oder Fußballer oder Trainer in der Öffentlichkeit hochgelobt werden, obwohl sie saufen, Drogen nehmen, sich daneben benehmen ohne Ende, aber interessiert ja alles nicht, weil sie können ja gut singen, oder gut Fußball spielen oder trainieren eben gut. Dann ist alles andere uninteressant. Das es aber Vorbilder für Kids teilweise sind, wird vergessen.


Was ich festgestellt habe, ist, dass wenn man den Leuten von Anfang an mit Höflichkeit und Freundlichkeit begegnet, man genau das auch zurück bekommt. Egal ob im Kaufhaus, in der Bahn oder im Restaurant, eine freundliche Grundeinstellung hilft schon mal. Wer dagegen immer nur rumbrummelt, der kann auch keine Freundlichkeit von anderen erwarten.

Behandel andere Menschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest.

Mein Motto ein Leben lang und von daher werde ich immer ein nettes Lächeln bekommen, wenn ich in einen Laden gehe ;) Übertragbar auf xbeliebige Szenen des Lebens.
 
Das ist das "Supermarktkassen-Phänomen". Man denkt ja, daß man immer an der Kasse steht, die am längsten brauch. Unangenehme Situationen bleiben einem eher im Gedächtnis, als neutrale. Natürlich gibt es im Bus auch Jugendliche, die sich benehmen können, die die Tür aufhalten und anständiges Deutsch sprechen können, aber die lauten pöbelnden Jugendlichen bleiben einem eher im Gedächtnis. Ich finde es erschreckend, daß manche deutsche Jugendliche nicht mal mehr vernünftiges Deutsch sprechen können, sondern sich in ihrer Aussprache ihren ausländischen Kameraden anpassen.

Um das noch mal deutlich zu machen: Ich spreche auch generell nie von allen Jugendliche, Rentnern, Arbeitslosen...
 
@Maik
Da ich jeden Tag Menschen auf die unterschiedlichste Art begegne, wüsste ich jetzt überhaupt nicht, wo ich "gute" Taten aufzählen soll oder nicht.
Ist es denn schon was besonderes, wenn man alle Menschen, die man trifft, wie Verkäufer oder Kasserinnen oder Busfahrer freundlich grüßt? Wenn man Platz macht? Wenn man den alten Leuten über die Straße hilft? Oder im Bus Platz macht? Oder beim Einkaufen Rücksicht nimmt und mal jemanden vor lässt?
Das ist für mich Normalität, genauso Kinderwagen zu tragen oder sonstiges.
Da reg ich mich schon gar nicht mehr über Männer auf, die blind durch die Gegend laufen.
Ich meine helfen! Ich kann viele Beispiele nennen. Wenn jemand fällt, dann laufen fast alle weiter. Als ich mit meinen Hirsch an Real vorbei schoss, legte sich ein älterer Herr ab. Er lag regelrecht am Boden und man sah ihn an, dass er sich sammelte, um wieder die Orientierung zu finden. Ein Bein lag noch unter dem Rad. Ich war noch ca. 25 Meter von Ihm entfernt. Es guckten ca. 15-20 Menschen hin und wieder weg. Ich war dann ca. 2 Sek später bei ihm und half. Auch wieder gleiches Szenario, er war leicht am Bluten. Ich frug ihn,"Ist alles OK?" Er,"Ja!", ich blieb ca. 2 Minuten bei Ihm und schaute ihn ins Gesicht, in die Augen und merkte das er sich wieder gesammelt hat. Frug nochmal,"Alles Ok?", er erwiederte:"Ja, jetzt geht es wieder. Ich hole mir eben ein Pflaster aus dem Geschäft." Ich merkte das er wieder ziemlich OK war.

Anderes Beispiel, auch eine Tatsache, ich fahre ja seit 3 Jahren nur noch Rad und pro Tag sind das so ca. 15 Km. Eine richtig scharfe Blondiene wird vom PKW angeschubst und legt sich ab. Ja jetzt kommt es, ich natürlich vor Ort (mit meinen ollen Helfersyndrom) und es kamen immer mehr Leute dazu. Nach 3-5 Minuten merkte ich das sich alle Welt kümmerte und ich zog ab. Hab ja noch normales Tagesgeschäft am Hals.

Ich selbst bin auch mal mit den Fahrrad gefallen. Ich war damals 10-12 Jahre alt, legte mich ab und brach mir den Mittelhandknochen an und konnte nicht aufstehen. Der Schmerz knallte durch den ganzen Arm. Es beschimpften mich 2 Personen, weil ich doch vorsichtiger fahren sollte. Erst ein Bekannter meiner Eltern, der zufällig durch den Park lief konnte mir helfen. Ich lag ca. 5 Minuten am Boden.

Das sind nun erlebte Fahrradbeispiele, also eigene erlebte Tatsachen.
Wenn ich in ein Kaufhaus gehe und der Person hinter mir die Tür aufhalte, dann kommt in 90% zumindest ein freundlicher Blick. Und ich muss sagen, dass auch mir öfter mal die Tür aufgehalten wird.
Ist doch völlig in Ordnung. Das finde ich fantastisch.
Unsere Gesellschaft ist ist längst nicht so verkommen wie sie immer gemacht wird. Höflichkeit und Anstand sind noch keine Fremdwörter. Und garantiert gab es vor 50 Jahren auch schon Leute, die zu anderen Menschen grundsätzlich unfreundlich waren.
Auch diese Meinungsäußerung ist sehr löblich.
 
Entweder es liegt an der Gesellschaft, der Erziehung, der fehlenden Vorbilder oder sonstiges. Ich weiß es nicht.
Also deine Beispiele, gerade die von deiner Tochter, sind sicherlich zum größten Teil zutreffend.

Woran das liegt kann wohl niemand so genau sagen. Ich würde es mal damit begründen, dass sich eine Gesellschaft einfach ständig wandelt. Es ist nicht so, dass die Menschen 100 Jahre lang die gleichen Verhaltensmuster zeigen und die gleichen Interessen haben.

Die Gesellschaft ist einfach offener geworden, was gar nicht mal unbedingt mit einem Verlust von Respekt gegenüber eben z.B. Lehrern oder Eltern zu tun hat. Es werden halt Sachen normal, die vor 30 Jahren undenkbar gewesen wären, und sei es eine Erweiterung des Wortschatzes, mit der du nicht so ganz einverstanden bist. ;)

Ich bin da echt ziemlich altmodisch in meinem Denken [...]
Ist ja auch erstmal nicht schlimm. Bei Kindern muss man nur aufpassen ein Mittelmaß zu finden. Also nicht alles schlecht machen was die Weiterentwicklung oder Veränderung der Gesellschaft mit sich bringt, aber eben auch aufpassen, dass gewisse Grundregeln wie Höflichkeit und Respekt nicht verloren gehen.
 
Ist ja auch erstmal nicht schlimm. Bei Kindern muss man nur aufpassen ein Mittelmaß zu finden. Also nicht alles schlecht machen was die Weiterentwicklung oder Veränderung der Gesellschaft mit sich bringt, aber eben auch aufpassen, dass gewisse Grundregeln wie Höflichkeit und Respekt nicht verloren gehen.

Natürlich. Deswegen sage ich ja, dass man auch von seinen Kindern und auch deren Freunden immer wieder lernen kann/muss/sollte.


@Maik
In letzter Zeit wenig, weil ich in solche Situationen kaum geraten bin.
 
Ist doch ganz normal...das, was dir höflich erscheint, würde deinen Urgroßvater in Angst und Schrecken ob der sittenlosen Barbarei versetzen...und genauso werden die Kinder dieser so rücksichslosen Zeitgenossen diese in Angst und Schrecken versetzen...das ist wie mit der Sprache, die auch jede Generation prägt und die vorangegangene verdorben empfindet.

Ich zitiere mich einfach mal selbst. ^^ Die Sprache, die Jugendliche verwenden, erscheint den Älteren genauso verkommen wie die Sprache der Älteren deren Elterngeration verkommen vorkam...eine stetige Entwicklung, ganz normal...auch, wenn es anscheinend in letzter Zeit immer schneller läuft - irgendwann überlebt sich eine Generation selbst...
 
Also, ich habe generell meine Tasche nie auf einem Sitzplatz stehen, es sei denn vielleicht in der Bahn sitzen ein dutzend Leute. Da kann man das ruhig machen.;)

Wenn der Bus oder die Bahn voll ist und ich einen Sitzplatz habe, dann habe ich ein festes Prinzip, nach dem ich verfahre.
Ich finde, dass in der heutigen Gesellschaft zu wenig direkt mit einander kommuniziert wird. Weder von den Alten noch von den Jungen.
Ich wurde so erzogen, dass wenn jemand mich höflich um etwas bittet, ich dieser Person gemäß meinen Möglichkeiten helfe. Und da ist es egal, ob die Person alt, schwanger oder nen gebrochenen Fuß hat.
Wenn mich also jemand höflich fragt, ob er meinen Sitzplatz haben könne, dann zögere ich nicht und stehe auf. Auch wenn es von außen nicht ersichtlich ist, warum diese Person einen Sitzplatz benötigt. Aber das geht mich nichts an. Ich stehe auf und gut ist.

Es ist aber schon oft passiert, dass ich in eine Diskussion verwickelt wurde; ich habe zwar oft den Platz geräumt, aber nicht ohne derjeweiligen Person eine Predigt zu halten. :roll:
Und es gibt nicht nur unerzogene Jugendlich, sondern auch giftige, unverschämte Omas.

Hier ein paar Beispiele.

Oma trabt zum Bus und räumt dabei ein Schulkind aus dem Weg. Der Erst- oder Zweitklässler fällt auf die Nase. Sie steigt ein und bittet mich um meinen Platz. Hier habe ich nicht den Sitz freigeräumt, zumal sie ja fit genug zum Laufen war. Stattdessen der Satz: "Ich werde meinen Platz ebenso wenig räumen, wie sie dem Jungen, den sie umgestoßen haben, auf die Beine geholfen haben." Sie ist dann wütend abgezischt mit den Worten "Verzogene Jugend von heute." :roll:

Ich wurde auch schon mal von einer Oma angeschauzt, weil ich ihr aus eigener Initiative den Sitzplatz angeboten habe. "Kümmer dich um dein eigenen Kram, Gör." Da war ich zwölf oder so. Seit diesem Vorfall biete ich initiativ nur kleinen Kindern den Platz an, die alleine durch die Gegend stromern.

Aber am häufigsten sind es "technische" Fehler bei der Frage, die mich zu einem Kommentar verleiten. Hier räume ich zwar den Platz, aber nicht so gerne, wie wenn jemand mich respektvoll und höflich danach fragt.
Ich bin jetzt 21 Jahre alt und ich sehe eigentlich immer ein bißchen älter aus und gebe mich vor allem so. Deswegen erwarte ich auch, dass mich Fremde siezen. Egal ob die Person 12, 22 oder 72 ist... Nichts hasse ich mehr als einen Rentner, den ich nicht kenne, der mich aber dennoch dutzt. "Kann ich deinen Platz haben?" "Ja, aber merken Sie sich für die Zukunft, dass ich von Ihnen nicht geduzt werden möchte. Das ist unverschämt."
In dem Beispielsatz fehlte auch ein Bitte; das ist ja wohl nicht zu viel verlangt...

Nennt mich arrogant, eitel oder übertrieben. Aber ich finde, dass man auch einem jungen Erwachsenen Respekt und Höflichkeit entgegenbringen kann im öffentlichen Leben. :evil:

Genauso wie Kindern, Erwachsenen und Alten.
 
Nichts hasse ich mehr als einen Rentner, den ich nicht kenne, der mich aber dennoch dutzt. "Kann ich deinen Platz haben?" "Ja, aber merken Sie sich für die Zukunft, dass ich von Ihnen nicht geduzt werden möchte. Das ist unverschämt."
In dem Beispielsatz fehlte auch ein Bitte; das ist ja wohl nicht zu viel verlangt...

Ein vielbemerkter Trend, dass immer seltener gesiezt wird. Weil ein "du" ja ach so kollegial und locker ist, Zusammenhalt schafft und Sympathie herstellt. Ô.o Totaler Blödsinn, aber man kann solche Entwicklungen nicht aufhalten...
 
Als ich das gelesen habe hat es mich schon sehr aufgeregt. Gut dass ich nicht da gewesen bin...

Ich glaube heute wird nicht mehr über Themen wie Höflichkeit, Anstand und Ehre gesprochen, denn alles wird verdinglicht und oberflächlich angesehen. Aber ich glaube es liegt auch an den älteren Menschen, denn sie sind die Eltern dieser Kinder.

Zum Beispiel in dem Fall deiner Frau, hätte ich die Jünglinge schon an den Ohren gezogen, weil sie nicht aufgestanden sind als sie aufgefordert wurden. Wenn sie oft genug geohrfeigt werden lernen sie es. Ich glaube nur so kann man solche Menschen erziehen, die so ignorant sein können.
 
Wenn sie oft genug geohrfeigt werden lernen sie es. Ich glaube nur so kann man solche Menschen erziehen, die so ignorant sein können.

Wow, du hast aber harte Ansichten.
Das sehe ich anders. Es stimmt das da irgendwas mit der Erziehung falsch gelaufen sein könnte, aber schläge oder ähnliches ist dann doch sehr übertrieben. Zudem ist es strafbar.
 
Zum Beispiel in dem Fall deiner Frau, hätte ich die Jünglinge schon an den Ohren gezogen, weil sie nicht aufgestanden sind als sie aufgefordert wurden. Wenn sie oft genug geohrfeigt werden lernen sie es. Ich glaube nur so kann man solche Menschen erziehen, die so ignorant sein können.
Dann hättest du wohl eine Anzeige bekommen. Ohrfeigen ist überhaupt keine Lösung

@Taliesyn: Sieh es mir bitte nach, daß ich dir im Renommee-Thread nicht mehr antworte, das ist dort absolut fehlangebracht. Und wenn du lachen willst, bitte tu das. :roll:
 
@Taliesyn: Sieh es mir bitte nach, daß ich dir im Renommee-Thread nicht mehr antworte, das ist dort absolut fehlangebracht. Und wenn du lachen willst, bitte tu das. :roll:


Ja, belassen wir es dabei...aber du musst zugeben: es entbehrt nicht einer gewissen Komik, wenn jemand erst gegen Anglizismen wettert und sie dann selbst verwendet...^^