Zwischen Entspannung und Spannung: Trumps Fed-Politik hinterlässt Spuren auf den Märkten
US-Präsident Donald Trumps jüngste Stellungnahme bezüglich einer möglichen Entlassung von Jerome Powell, dem Chef der US-Notenbank, könnte für eine gewisse Entspannung auf den Finanzmärkten sorgen. Trotz vorangegangener Spekulationen, Trump könnte Powell seines Amtes entheben, stellte der Präsident am Mittwoch klar, dass aktuell keine solche Maßnahme geplant sei. Dies dürfte am Donnerstag für steigende Kurse sorgen. Der X-Dax signalisierte bereits ein Plus von über einem Prozent, während auch der EuroStoxx 50 fester erwartet wird.
Die Entlassungsgerüchte hatten zuvor durch Trumps Kritik an Powells vorsichtiger Geldpolitik Nahrung erhalten. Der US-Präsident setzt sich immer wieder für niedrigere Leitzinsen ein, ohne dabei die möglichen Inflationsfolgen seiner Zollpolitik zu berücksichtigen. Ein Szenario, in dem Powell sein Amt verliert, wäre laut Marktexperte Stephen Innes von SPI Asset Management ein "historisches Erdbeben". Die Aktienmärkte hatten anscheinend mit der dramatischen Möglichkeit geliebäugelt und ein gewisses Maß an Panikversuchen gezeigt.
Aus Europa gibt es ebenfalls nennenswerte Impulse: Der schweizerische Industriekonzern ABB konnte mit positiven Auftragszahlen punkten, was auch den Aktienkurs von Siemens steigen ließ. Im vorbörslichen Handel legten die Siemens-Papiere auf der Handelsplattform Tradegate um über zwei Prozent zu.
Nicht ganz so erfreulich verlief der Handel für Gerresheimer. Der Aktienkurs fiel um fast sieben Prozent, nachdem das Unternehmen die Gespräche über ein Übernahmeangebot mit Finanzinvestoren abgebrochen hatte. Der Spezialverpackungshersteller erklärte, dass eine Weiterführung der Gespräche nicht im besten Interesse des Unternehmens wäre.
Beachtung erhalten zudem die Aktien aus der Chip- und KI-Branche. Der taiwanesische Chipauftragsfertiger TSMC veröffentlichte beeindruckende Quartalszahlen, die die Gewinnerwartungen übertrafen.

