Zweifel an freiwilligem Wehrdienst: Ex-Heereschef Mais plädiert für Pflichtdienst
Der ehemalige Heeresinspekteur Alfons Mais sorgt mit seinen jüngsten Äußerungen zur Sicherheitspolitik für Gesprächsstoff. Im Kontext der aktuellen Bedrohungslage äußerte Mais erhebliche Zweifel daran, dass der geplante freiwillige Wehrdienst den schnellen Wachstum der Bundeswehr gewährleisten kann. In einem kürzlich geführten Interview mit der Deutschen Presse-Agentur betonte er, dass die Präferenz zunehmend in Richtung eines verpflichtenden Dienstes verschiebe. Mais kommentierte: „Das Vertrauen in genügend Freiwillige wird bald nicht mehr ausreichen.“ Zusätzlich forderte Generalleutnant Mais eine Neuausrichtung der gegenwärtigen Strategie, die den Reserveaufbau in den Vordergrund stellt.
Er betont die Notwendigkeit, sich verstärkt auf die aktiven Einsatzkräfte zu konzentrieren. „Unser Versprechen an die Nato einer funktionierenden logistischen Drehscheibe in Deutschland wird nur dann einlösbar, wenn die neuen Artillerie- und Pionierbataillone einsatzbereit sind. Andernfalls bleibt die logistische Unterstützung ohne Wirkung“, so Mais. Im August hatte das Bundeskabinett ein Gesetz zur Einführung eines neuen Wehrdienstes beschlossen, das eine Wehrerfassung junger Männer vorsieht und zunächst auf Freiwilligkeit setzt.
Trotz des gesteigerten Attraktivitätsversprechens zweifeln Teile der Union an dessen Wirksamkeit. Die endgültige Entscheidung liegt nun beim Bundestag und wird mit Spannung erwartet.

