Zustand von Deutschlands Fahrzeugflotte verschlechtert sich erneut
Der Zustand von Pkw in Deutschland zeigt einen bedenklichen Trend: Die Zahl der Fahrzeuge, die bei der Hauptuntersuchung als sicherheitsgefährdend eingestuft werden, ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Jüngsten Daten des Kraftfahrtbundesamtes zufolge wiesen 144.074 Pkw im vergangenen Jahr gefährliche Mängel auf oder wurden gar als verkehrsunsicher erklärt, was einen Anstieg um 3,2 Prozent bedeutet – und das trotz eines leichten Rückgangs der insgesamt geprüften Fahrzeuge.
Während insgesamt 65,1 Prozent der Fahrzeuge die Prüfungen ohne jegliche Beanstandung absolvieren, ist diese Zahl um 0,6 Prozentpunkte gegenüber 2023 gesunken. Prüfungswütige Institutionen wie Tüv und Dekra nahmen 22 Millionen Autos unter die Lupe. Dabei wurden 11.700 Fahrzeuge als verkehrsunsicher deklariert, ein Wert, der im leichten Rückgang begriffen ist. Doch es gibt auch einen besorgniserregenden Anstieg bei den gefährlichen Mängeln, die in 132.374 Fällen festgestellt wurden.
Obgleich Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln noch fahrtüchtig sind, müssen sie zügig zur Reparatur und Nachuntersuchung. Solche Mängel wurden in 4,6 Millionen Fällen diagnostiziert. Geringe Mängel traten in 2 Millionen Fällen auf, während 14,4 Millionen Fahrzeuge gänzlich beanstandungsfrei waren.
Ein maßgeblicher Faktor für die steigende Mängelquote dürfte die wachsende Zahl älterer Fahrzeuge sein, die zu den Untersuchungen kommen. Ein signifikanter Rückgang der Neuwagenkäufe in den letzten Jahren und ein steigendes Durchschnittsalter der Fahrzeugflotte tragen zu diesem Trend bei. Jüngere Fahrzeuge, insbesondere solche bis zu drei Jahren, durchlaufen die Hauptuntersuchung nahezu unbeanstandet. Dagegen sinkt die Mängelfreiheit auf etwa 71 Prozent bei acht bis neun Jahre alten Autos und liegt bei Fahrzeugen mit einem Alter von zehn Jahren oder mehr unter 50 Prozent.
Betrachtet man alle Fahrzeugtypen, wurden im Vorjahr bei 31 Millionen Prüfungen insgesamt 25,5 Millionen Mängel festgestellt, was gegenüber dem Vorjahr einen leichten Anstieg darstellt. Besonders häufig wurden Mängel bei Licht und Elektrik (6,6 Millionen Fälle), der Bremsanlage (4,6 Millionen Fälle) sowie bei Achsen, Rädern und Reifen (4,3 Millionen Fälle) registriert.

