Zukunft der Raumfahrt: Isar Aerospace verschiebt Spectrum-Testflug
Der deutsche Raketenentwickler Isar Aerospace hat die Durchführung des zweiten Testflugs seiner Spectrum-Rakete aufgrund eines technischen Problems mit einem Druckventil auf einen späteren Zeitpunkt verlegt.
In einer kurzen Mitteilung des Unternehmens auf der Plattform X wurde bekannt gegeben, dass ein neues Datum für den Start in Kürze festgelegt werden soll.
Ursprünglich waren die Startvorbereitungen am norwegischen Weltraumbahnhof Andøya bereits weit fortgeschritten.
Im März 2025 hatte das Start-up aus Ottobrunn bei München seinen ersten Testflug durchgeführt, der jedoch nach nur 30 Sekunden aufgrund eines Flugabbruchbefehls durch das Kontrollzentrum endete, woraufhin die Rakete kontrolliert ins Meer geleitet wurde.
Die Spectrum-Rakete soll zukünftig Serienreife erlangen, um Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen zu transportieren.
Unternehmenschef Daniel Metzler betont, trotz der derzeit nicht serienreifen Rakete sei man bereits mit Aufträgen, unter anderem von der EU und der europäischen Raumfahrtagentur ESA, langfristig ausgelastet.
Die Raumfahrtbranche Europas sowie mehrere Regierungen beobachten mit großem Interesse den Werdegang dieses ambitionierten Unternehmens aus der Münchener Umgebung.
Bislang dominiert Space X, das Raumfahrtunternehmen des US-Milliardärs Elon Musk, die Beförderung europäischer Satelliten – trotz der geforderten umfangreichen Projektinformationen, die die EU bereitstellen muss.
Statistiken des Luft- und Raumfahrt-Bundesverbands BDLI zeigen, dass im Jahr 2024 mehr als die Hälfte der weltweit gestarteten 220 Trägerraketen aus den USA kamen.
China folgte mit 67 Starts, Russland schickte 20 Raketen und Indien 7 ins All.
Europa hinkte mit lediglich vier Missionen hinterher.
Die ArianeGroup, ein französisch-deutsches Konsortium, plant in diesem Jahr 7 bis 8 Starts ihres neuen Raketenmodells Ariane 6, das im Gegensatz zur Spectrum schwere Nutzlasten bis in geostationäre Umlaufbahnen transportieren kann.

