Zucman-Steuer entfacht hitzige Debatte: Luxusmogul Bernard Arnault wehrt sich gegen Abgabe auf Superreiche
Der milliardenschwere CEO von LVMH, Bernard Arnault, sorgt für Aufsehen, indem er harsche Kritik an der vorgeschlagenen 2%-Steuer für Frankreichs wohlhabendste Bürger mit einem Vermögen von über 100 Millionen Euro äußert. Er bezeichnet diese als „eine tödliche Offensive für unsere Wirtschaft“. Diese Äußerung fällt in eine Zeit, in der Frankreichs neue Regierung unter Premierminister Sébastien Lecornu mit einer prekären Finanzlage kämpft, bei einem Defizit von 5,8% des BIP – der höchste Wert in der Eurozone – und einer erwarteten Staatsverschuldung von 113% bis Ende 2024.
Die sogenannte „Zucman-Steuer“, benannt nach dem Ökonomen Gabriel Zucman, der sich für höhere Abgaben der Reichen starkmacht, könnte jährlich rund 20 Milliarden Euro in die Staatskasse spülen. Dennoch besteht die Sorge, dass die Superreichen das Land verlassen könnten, was die erwarteten Einnahmen erheblich schmälern würde. Arnault nannte Zucman einen „linksextremen Aktivisten“ und bestritt die technische oder wirtschaftliche Begründung der Abgabe.
Diese Steuerfrage entfacht eine kontroverse Diskussion, wobei sich Politiker aus dem linken Lager, wie die aus der Sozialistischen Partei und der Grünen Partei, vehement für die Einführung einer Vermögensabgabe aussprechen. Thomas Piketty, ein weiterer prominenter Ökonom, kritisierte Arnaults Standpunkt als „Unsinn“ und betonte, dass eine 2%-Steuer die französische Wirtschaft nicht schwächen würde. Die nationale Sekretär des Parti Communiste, Fabien Roussel, hob hervor, dass die Reichen seit 2017 profitieren, während die Kaufkraft der Bevölkerung stagniert.
Marine Le Pen, die Vorsitzende des rechten Rassemblement National, vermeidet bislang eine klare Positionierung zur Zucman-Steuer, einerseits aus Sorge um Stimmenverlust in der Bevölkerung, andererseits in Bezug auf die Unterstützung der Wirtschaftselite. Während sie die Steuer als „ineffektiv und gefährlich“ bezeichnet, ist ihr Zögern verständlich, da die Maßnahme in der Öffentlichkeit auf beträchtliche Zustimmung stößt.

