Zinsentscheidung der Federal Reserve: Ruhe vor der zweifelhaften Wende?
Bei der jüngsten Sitzung der Federal Reserve erwartet die Finanzwelt eine gleichbleibende Zinspolitik. Doch die zentrale Frage bleibt: Wird Vorsitzender Jerome Powell an den geplanten zwei Zinssenkungen für 2025 festhalten? Eine Antwort darauf liefert das vierteljährlich aktualisierte 'Dot Plot', ein Diagramm, das die Zinserwartungen der Fed-Mitglieder darstellt.
Im März deutete das Dot Plot auf diese zwei geplanten Senkungen hin, als der Einfluss der wirtschaftspolitischen Unsicherheiten unter Präsident Trump bereits in die Ausblicke einbezogen wurde. Einige Beobachter gehen davon aus, dass die Federal Reserve die bereits angedeutete Linie beibehalten wird, während sie die Folgewirkungen neuer handelspolitischer Konflikte, wie etwa zwischen Israel und Iran, abwägt.
Wilmer Stith, leitender Anleihenfondsmanager bei Wilmington Trust, erwartet, dass die Fed an den geplanten zwei Senkungen festhält, jedoch betonen wird, dass zusätzliche Zeit nötig sei, um die Auswirkungen der Zölle auf die Inflation zu beobachten. Die jüngsten, sanfteren Inflationsdaten geben der Notenbank den Spielraum, geduldig abzuwarten.
Präsident Trump, der Powell mehrfach zu Senkungen gedrängt hat, wird die Entwicklungen genau verfolgen, obwohl er feststellte, er werde Powell vor Ablauf des Mandats 2026 nicht entlassen. Eine umstrittene Maßnahme, die er rechtlich wohl nicht durchsetzen könnte. Trotz niedrigerer Inflation haben sich Powell und seine Kollegen für ihren dualen Auftrag eher um die Preissteigerungsrisiken durch Trumps Zölle gesorgt.
Die Junisitzung bietet neue Projektionen zur Inflation und Arbeitslosenquote für den Rest von 2025. JPMorgan-Ökonom Michael Feroli rechnet mit moderaten Anpassungen nach oben für die Inflation und Arbeitslosenquote und einer gedämpften Wachstumsprognose. Eine Zinssenkung in 2025 scheint ihm realistischer.

