Zinsanstieg und Zoll-Querelen: Herausforderungen für Märkte und Diplomatie
Die Wertentwicklung der US-Anleihen verzeichnete nach einer beeindruckenden Aufwärtsbewegung einen Dämpfer und geriet am Montag leicht unter Druck. Die lang anhaltenden Zollproblematiken führen zur fortwährenden Verunsicherung der Märkte. So fiel der T-Note-Future für zehnjährige Staatsanleihen um 0,66 Prozent auf 112,30 Punkte, während die Rendite entsprechender Titel auf 4,12 Prozent kletterte.
Im Zentrum der politischen und wirtschaftlichen Debatten steht der ambitionierte Versuch der Europäischen Union, die angespannten Handelsbeziehungen mit den USA zu entschärfen. Die EU schlägt den Vereinigten Staaten eine ambitionierte Vereinbarung vor, die eine gegenseitige Abschaffung sämtlicher Zölle auf Industriegüter vorsieht. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unterstrich in Brüssel die Dialogbereitschaft der EU trotz der protektionistischen Schritte des US-Präsidenten Donald Trump.
Das Angebot an die amerikanische Seite wurde entsprechend früherer Berichte bereits vor der jüngsten Eskalation der Zollkonflikte angeboten und zuletzt erneuert. Vor diesem Hintergrund wird erwartet, dass erste europäische Vergeltungszölle ab Dienstag in Kraft treten.
Gleichzeitig erhöht Trump den Druck auf China, indem er mit einer drastischen Steigerung der Zölle um zusätzliche 50 Prozent droht, sollte Peking nicht binnen der gesetzten Frist seine eigenen Gegenzölle von 34 Prozent zurückziehen. Der US-Präsident, der sich auf seiner Kommunikationsplattform Truth Social äußert aktiv zeigt, bleibt klar bei seiner aggressiven strategischen Ausrichtung und betont den erheblichen finanziellen Vorteil für die USA durch die bestehenden Zollmaßnahmen.
Die Diskussionen über eine temporäre Aussetzung der Zölle werden vom Weißen Haus kategorisch zurückgewiesen.

