Zielgerade für das Mercosur-Abkommen: EU plant zügigen Abschluss
Das Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den südamerikanischen Mercosur-Staaten steht nach Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz kurz vor dem Abschluss. Auf dem jüngsten EU-Gipfel in Brüssel unterstrich der CDU-Vorsitzende, dass unter den Staats- und Regierungschefs der EU weitgehende Einigkeit darüber herrscht, das Abkommen rasch zu verabschieden. Lediglich kleinere offene Fragen bleiben zu klären, aber gravierende Einwände gibt es seitens der Staatschefs nicht.
Ein beschleunigter Abschluss des Abkommens soll auch international als Zeichen verstanden werden, dass mit der EU zeitnahe und effiziente Verhandlungen möglich sind - ein wichtiges Signal für künftige Handelsabkommen, insbesondere im indopazifischen Raum.
Allerdings mahnt der französische Präsident Emmanuel Macron zur Vorsicht. Trotz grundsätzlicher Befürwortung von Handelsverträgen betont er, dass das gegenwärtige Abkommen nicht ohne Weiteres von Frankreich unterstützt werden kann. Macron fordert Ergänzungen zum Schutz der europäischen Landwirtschaft vor potenziellen negativen Auswirkungen. Es sei von entscheidender Bedeutung, Handelsverträge abzuschließen, die mit den vorhandenen Klimazielen und den Vorgaben für europäische Produzenten im Einklang stehen.
Bereits im Dezember hatten die Verhandlungsparteien – die EU und die Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay – die langwierigen Verhandlungen abgeschlossen, die sich über mehr als 20 Jahre zogen. Mit dem Abkommen würde eine der größten Freihandelszonen weltweit mit über 700 Millionen Menschen entstehen, die den Abbau von Zöllen und eine Stärkung des Handels zum Ziel hat. Um die Interessen der europäischen Landwirtschaft zu schützen, sollen bestimmte Märkte für Agrarprodukte jedoch nicht vollständig geöffnet werden.

