ZEW-Konjunkturerwartungen: Hoffnungsschimmer trotz trüber Gegenwart

Die neuesten Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim überraschen mit einem unerwarteten Aufwärtsimpuls. Im Dezember kletterte das Stimmungsbarometer um 7,3 Punkte auf 45,8 Punkte und übertraf damit die Erwartungen zahlreicher Volkswirte, die im Vorfeld einen leichten Rückgang prognostiziert hatten.
Ein Lichtblick in der langanhaltenden Phase der wirtschaftlichen Stagnation ist laut ZEW-Präsident Achim Wambach erkennbar. Die derzeitige expansive Fiskalpolitik könnte der deutschen Wirtschaft neuen Auftrieb verleihen, auch wenn die Entwicklungen fragil bleiben. Themen wie Handelskonflikte, geopolitische Spannungen und fehlende Investitionen werden auch in den kommenden Jahren die Agenda bestimmen.
Besonders bemerkenswert ist der Aufschwung in der Automobilbranche, die trotz eines weiterhin negativen Saldos von minus 22 Punkten einen Anstieg um 7,7 Punkte verzeichnete. Auch Chemie-, Pharma- und Metallindustrien konnten moderate Zuwächse verbuchen. Dennoch dämpfen hohe Zölle und strukturelle Wettbewerbsnachteile die Exportdynamik dieser Industrien.
Die aktuelle Lage wird jedoch nach wie vor äußerst kritisch bewertet. Der Indikator für die Gegenwart sank um 2,3 Punkte auf ein besorgniserregendes Niveau von minus 81 Punkten. Die Hoffnungen für das vierte Quartal sollten dementsprechend nicht zu optimistisch ausfallen, unterstützt durch enttäuschende Einkaufsmanagerindizes, wie Helaba-Volkswirt Ralf Umlauf anmerkt. Parallel dazu zeigten sich in der Eurozone positive Entwicklungen bei den Erwartungen, die um 8,7 Punkte auf 33,7 Punkte stiegen, obwohl die Bewertung der aktuellen Lage leicht zurückging.

