Zehntausende auf den Philippinen gegen Korruptionsskandal – Proteste eskalieren
Der Unmut über Korruption bei staatlich finanzierten Projekten auf den Philippinen hat Zehntausende Menschen auf die Straßen getrieben. In den belebten Straßen der Hauptstadtregion Manila versammelte sich laut Schätzungen der Veranstalter eine beeindruckende Zahl von rund 130.000 Demonstranten, während offizielle Behörden von etwa der Hälfte ausgingen. Diese fanden sich sowohl im zentralen Luneta Park als auch am EDSA People Power Monument in Quezon City ein, um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen.
Die Proteste verliefen nicht ohne Spannungen. Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmern und Sicherheitskräften führten zu der Verletzung von mindestens 70 Polizisten. Besonders brisant: Einige Beamte erlitten schwere Schnittwunden und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei gab bekannt, dass 49 Personen wegen verschiedener Gewalttaten festgenommen wurden, darunter Steinwürfe und Brandstiftung. Der Versuch einiger Demonstranten, zum Präsidentenpalast zu ziehen, wurde durch den Einsatz von Tränengas unterbunden.
Auslöser der Protestwelle ist ein massiver Korruptionsskandal um Hochwasserschutzprojekte im Umfang von stolzen 500 Milliarden Pesos (rund 7,4 Milliarden Euro). Es kam ans Licht, dass zahlreiche Projekte entweder nur Scheinprojekte waren oder gravierende Mängel aufwiesen. Whistleblower werfen sowohl Politikern als auch Beamten vor, sich an den Geldern bereichert zu haben. Die Demonstranten forderten vehement Rechenschaft für die Veruntreuungen und kritisierten, dass trotz der bereitgestellten Mittel nach wie vor Überschwemmungen auftreten.
Mit Transparenten, die unmissverständlich Botschaften wie 'Korruption tötet' zeigten, verliehen die Protestierenden ihrem Ärger Nachdruck. Das EDSA People Power Monument, ein symbolträchtiger Schauplatz, erinnerte an den Volksaufstand von 1986, bei dem der Vater des jetzigen Präsidenten seinerzeit seines Amtes enthoben wurde. Trotz der öffentlichen Unterstützung des amtierenden Präsidenten für die Proteste erklärten einige Demonstranten, dass die Familie des Präsidenten für die Verfehlungen während der Ära seines Vaters zur Verantwortung gezogen werden müsse.

