Zalando: Warnstreiks in Erfurt und Mönchengladbach – Tarifkonflikt schwelt weiter
Die Gewerkschaft Verdi hat erneut zu Warnstreiks in den Zalando-Logistikzentren in Erfurt und Mönchengladbach aufgerufen. Mit Beginn der Frühschicht legten die Beschäftigten die Arbeit nieder, das Streikende ist für den Abschluss der Samstagschicht geplant. Grund für den Arbeitskampf ist der anhaltende Streit um die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels, die höhere Löhne für die Betroffenen mit sich bringen würden.
Matthias Adorf, Verdi-Gewerkschaftssekretär im Bereich Handel, kritisiert Zalando scharf. Trotz hoher Gewinne und lukrativer Sponsoring-Deals, wie jüngst mit dem Deutschen Fußball-Bund, verweigere das Unternehmen faire Arbeitsbedingungen und verlässliche Tarifvereinbarungen. Adorf wirft dem Konzern vor, die Gewerkschaft systematisch außen vor halten zu wollen, da bislang keinerlei Gesprächsangebote erfolgt seien.
In Erfurt legten rund 70 Beschäftigte die Arbeit nieder, in Mönchengladbach waren es etwa 120. Der Großteil der jeweiligen Belegschaft, insgesamt 4.500 Mitarbeiter an beiden Standorten, beteiligt sich allerdings nicht an den Streiks. Laut Zalando, das auf innerbetriebliche Lösungen setzt, ist der Betrieb dadurch nicht eingeschränkt. Das Unternehmen verweist auf Gehaltserhöhungen und verbesserte Urlaubsansprüche als Teil seiner Bemühungen um bessere Arbeitsbedingungen. Verdi indessen sieht dies nicht als ausreichenden Ersatz für einen Tarifvertrag an.

