Zalando verklagt Reporterin Caro Lobig wegen Verrats von Betriebsgeheimnissen
Der Online-Schuhhändler Zalando ist wegen vermeintlich übler Arbeitsbedingungen in seinen Logistikzentren erneut ins Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik geraten. Eine RTL-Journalistin hatte sich drei Monate lang als Pickerin in Erfurt eingeschleust und einen TV-Bericht darüber gedreht.
Bemängelt werden Scanner zur Mitarbeiterüberwachung, lange Arbeitswege von bis zu 27 Kilometer pro Tag, zu lange Gehzeiten zu den Pausenräumen und die Diebstahlprävention, bei der nach dem Zufallsprinzip Mitarbeiter per Detektoren abgescannt und 500 Euro Prämie für jeden angezeigten Diebstahlsversuch ausgelobt werden.
Als die Tarnung der Reporterin am 28. März 2014 aufflog, wurde die 21-jährige Caro Lobig mihilfe eines Polizeieinsatzes aus dem Unternehmen entfernt. Noch am selben Tag hat das Unternehmen Anzeige eingereicht.
„Die Reporterin wird selbstverständlich jede notwendige juristische Unterstützung erhalten“, so der verantwortliche Enthüllungsjournalist Körner. Am vergangenen Donnerstag habe es ein erstes Treffen der Gewerkschaft Verdi mit Zalando in dieser Angelegenheit gegeben, heißt es aus derweil von Zalando selbst.
Zalando selbst wehrt sich gegen die Vorwürfe und hat über den internen Anwalt nun Klage eingereicht – und zwar wegen Verrats von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen. Außerdem hat Zalando ein eigenes Statement im Firmenblog veröffentlicht.
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