Wohnungsmangel in Westdeutschland: Ein Hemmschuh für die Wirtschaft
Das Pestel-Institut aus Hannover hat im Rahmen einer aktuellen Studie alarmierende Zahlen zum Wohnungsmarkt in Westdeutschland veröffentlicht. Der akuten Wohnungsnot zufolge fehlen in den alten Bundesländern 1,2 Millionen Wohnungen.
Diese Lücke erweist sich als ernstzunehmender Bremsklotz für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Immer mehr Firmen kämpfen mit der Herausforderung, neue Talente zu gewinnen, während bestehende Mitarbeiter einem Jobwechsel skeptisch gegenüberstehen, wenn dieser mit einer kostspieligen und mühsamen Wohnungssuche verbunden ist.
Diese alarmierenden Zahlen wurden im Vorfeld der renommierten Immobilienmesse Expo Real in München öffentlich gemacht, die in der kommenden Woche ihre Pforten öffnet. Der Auftrag für die Untersuchung stammt von der Messe München, die auf die zunehmend angespannte Lage aufmerksam machen möchte.
Auffällig ist, dass die Schätzung des Pestel-Instituts die bisherigen Kalkulationen deutlich übertrifft, da hier auch langfristig leerstehende Wohnungen aus den Zahlen herausgerechnet wurden. Pestel-Chefökonom Matthias Günther zeichnet ein düsteres Bild der aktuellen Entwicklungen und fordert energische Maßnahmen.
Ohne eine tiefgreifende Reform in der Wohnungspolitik sei keine Entspannung in Sicht. Das Institut fordert massive staatliche Investitionen in alle Bereiche des Wohnungsbaus, von Sozialwohnungen über private Mietwohnungen bis hin zu Wohneigentum. Zudem warnen die Experten davor, die Förderaktionen an immer höhere Standards zu knüpfen, da dies die Bautätigkeit weiter drosseln könnte.

