Investmentweek

Wohnungsbau in Deutschland: Die Lücke wird größer

22. März 2025, 10:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Neubau bleibt hinter den Erwartungen zurück: Deutschland braucht 320.000 neue Wohnungen pro Jahr

Das ambitionierte Ziel der Ampelkoalition, jährlich 400.000 neue Wohnungen zu bauen, wurde nie erreicht. Doch auch mit einem abgesenkten Richtwert bleibt der Wohnungsmarkt unter Druck.

Die neue Prognose des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigt: Bis 2030 werden jährlich 320.000 neue Wohnungen benötigt, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Angesichts stagnierender Fertigstellungen, steigender Baukosten und hoher Zinsen könnte dieses Ziel jedoch ebenso unrealistisch sein wie das der Vorgängerregierung.

Neubau stagniert trotz steigender Nachfrage

Die BBSR-Prognose geht davon aus, dass die Zahl der Haushalte bis 2030 um 1,3 Prozent auf 42,6 Millionen steigen wird. Vor allem in den sieben größten Städten bleibt der Wohnraumbedarf hoch: Berlin, München, Hamburg, Frankfurt am Main, Stuttgart, Köln und Düsseldorf benötigen zusammen jährlich 60.000 neue Wohnungen – fast ein Fünftel des Gesamtbedarfs.

Doch auch abseits der Metropolen gibt es große Herausforderungen. Besonders in Süddeutschland wird viel neuer Wohnraum gebraucht, während in strukturschwachen Regionen ein Überangebot droht.

Die aktuellen Zahlen verdeutlichen das Dilemma: 2023 wurden in Deutschland 294.400 Wohnungen fertiggestellt. Prognosen für 2024 liegen mit etwa 260.000 Einheiten noch darunter. Für 2025 werden nur 230.000 neue Wohnungen erwartet – ein deutlicher Rückschritt.

Hohe Baukosten, Zinsen und Bürokratie bremsen den Markt

Ein Grund für die schleppende Bautätigkeit ist die wirtschaftliche Lage der Branche. Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine haben steigende Materialkosten, hohe Energiepreise und verschärfte Finanzierungsbedingungen den Wohnungsbau unter Druck gesetzt.

Während in strukturschwachen Regionen Wohnungen leer stehen, explodieren in Metropolen die Mieten. Eine bessere Verteilung durch gezielte Infrastrukturmaßnahmen bleibt bislang aus.

Die Zinsen für Immobilienkredite sind seit 2022 stark gestiegen, was sowohl Bauherren als auch Investoren abschreckt.

Hinzu kommt eine zunehmende regulatorische Belastung. Strengere Energieeffizienzvorgaben und umfangreiche Auflagen verteuern den Neubau zusätzlich.

Viele Projektentwickler setzen geplante Vorhaben aus oder stoppen sie ganz. Die Bauwirtschaft fordert daher eine Senkung der Grunderwerbsteuer, weniger Bürokratie und gezielte Förderprogramme für den Wohnungsbau. Doch bislang bleibt die politische Antwort vage.

Leerstand und falsche Schwerpunkte verschärfen das Problem

Besonders brisant: Während in den Ballungszentren Wohnungen fehlen, stehen in strukturschwachen Regionen Millionen Wohnungen leer. Der BBSR-Bericht betont, dass sich durch eine gezielte Stärkung des ländlichen Raums die Wanderungsbewegungen verändern könnten.

Eine bessere Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und der Ausbau digitaler Infrastruktur könnten dazu beitragen, den Druck auf Großstädte zu mindern.

Doch während der Markt in boomenden Regionen wie München oder Berlin überhitzt, könnte eine verfehlte Wohnungsbaupolitik in schrumpfenden Regionen für noch mehr Leerstand sorgen. Schon jetzt steht fest: Ein unkontrollierter Wohnungsbau nach alten Mustern würde vielerorts nur die Probleme von morgen schaffen.

Wohnungsmarkt bleibt eine politische Großbaustelle

Auch wenn die neue Bundesregierung das Ziel auf 320.000 Einheiten senkt, bleibt die Frage, wie dieser Bedarf überhaupt gedeckt werden soll. Die Bauwirtschaft fordert seit Jahren eine gezielte Unterstützung – von Steueranreizen über beschleunigte Genehmigungsverfahren bis hin zu besseren Förderprogrammen für sozialen Wohnungsbau.

Doch die Herausforderungen sind gewaltig: Bereits heute fehlen bundesweit mehr als 700.000 Wohnungen. Gleichzeitig verschärft die hohe Nachfrage den Mietenanstieg.

Finanzen / Immobilien
[InvestmentWeek] · 22.03.2025 · 10:00 Uhr
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