Wirtschaftsausblick: Lichtblick für Deutschland, aber Sorgen in der Eurozone
Die jüngsten Ergebnisse des ZEW-Stimmungsbarometers zeigen, dass sich die Konjunkturerwartungen in Deutschland im Oktober nur minimal verbessert haben. Der Index des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung kletterte um zwei Punkte auf 39,3, womit er hinter den Prognosen von 41,1 Punkten zurückblieb, auf die viele Experten gesetzt hatten.
ZEW-Präsident Achim Wambach bleibt trotz allem optimistisch und sieht Anzeichen für einen möglichen Aufschwung in der mittleren Frist. Allerdings geben weltweit bestehende Unsicherheiten und die noch ungeklärte Umsetzung des staatlichen Investitionsprogramms weiterhin Anlass zur Vorsicht. Die Einschätzung der aktuellen Wirtschaftslage verschlechterte sich sogar – der entsprechende Indikator sank auf minus 80 Punkte, während ein geringerer Rückgang auf minus 74,2 Punkte erwartet worden war.
Thomas Gitzel, der Chefökonom der VP Bank, sieht Hoffnungspotenzial in den steigenden Exporterwartungen. Die schweren Zeiten der Exportbranche könnten sich möglicherweise bald verbessern, auch wenn die jüngsten Handelskonflikte zwischen den USA und China schnell wieder negative Auswirkungen haben könnten.
Der Ausblick für die Eurozone trübt sich indessen weiter ein. Der politische und haushaltstechnische Disput in Frankreich drückt auf die Stimmung, was den Erwartungswert für die Eurozone auf 22,7 Punkte fallen ließ. Auch die Beurteilung der momentanen Lage zeigt einen Abwärtstrend, mit einem Rückgang um drei Punkte auf minus 31,8.

