„Wir müssen mehr berufsübergreifend denken und arbeiten“
Gewappnet für die Energie- und Wärmewende

11. März 2025, 12:05 Uhr · Quelle: Pressebox
Die Stadt Stuttgart strebt bis 2035 Klimaneutralität an, was das Handwerk vor neue Herausforderungen stellt. David Koptik betont, dass Fachkräfte in der SHK-Branche sich zunehmend berufsübergreifendes Wissen aneignen müssen und die Bildungsakademie neue Weiterbildungen anbietet, um diese Anforderungen zu erfüllen.

Stuttgart, 11.03.2025 (PresseBox) - Die Ziele sind hoch: Bis 2035 möchte die Stadt Stuttgart klimaneutral sein, 2045 das Land Baden-Württemberg. Um das zu erreichen, soll es mehr Photovoltaikanlagen, mehr Wärmepumpen und mehr energieeffiziente Gebäude geben – installiert und aufgebaut durch qualifizierte Fachkräfte aus dem Handwerk. David Koptik, Spezialist und Trainer für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik an der Bildungsakademie der Handwerkskammer Region Stuttgart, berichtet, wie sich das Handwerk für diese Aufgaben wappnet.

Herr Koptik, wie wichtig ist das Thema Energie- und Wärmewende im Handwerk?

David Koptik: "Die Energie- und Wärmewende ist ein zentrales Thema im Handwerk und wird zunehmend zum Geschäftsmodell der Zukunft. Es betrifft fast alle Berufe und eigentlich jeder kann davon profitieren. Aber vor allem das Kerngeschäft der Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) wird immer mehr auf erneuerbare und regenerative Energien ausgerichtet sein.“

Wie verändert diese Neuausrichtung das Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik-Handwerk?

David Koptik: „Früher haben sich die einzelnen Handwerksberufe isoliert betrachtet: Der Heizungsinstallateur hat eine Heizung eingebaut, der Elektriker die Stromkabel verlegt und der Dachdecker das Dach gedeckt. Wenn ich heute zum Beispiel eine Wärmepumpe installieren möchte, muss ich diese nicht nur hydraulisch anschließen, sondern auch elektrisch und dann kommt noch die Kältetechnik mit ins Spiel. Außerdem muss ich verstehen, was bauphysikalisch im Gebäude passiert, um eine Wärmepumpe richtig einzustellen. Dabei sind zum Beispiel die Wärmeleitfähigkeit von Fenstern und Wänden wichtige Aspekte. Damit ein Kunde nicht drei verschiedene Handwerkerinnen oder Handwerker beauftragen muss, ist es wichtig, dass diese Zusammenhänge auch in einem Beruf klar sind.“

Das heißt, ein Installateur und Heizungsbauer muss sich immer mehr mit Elektronik auskennen?

David Koptik: „Genau, außerdem mit Kältetechnik, regenerativen Energien, Wärmedämmung, Energieeffizienzmaßnahmen und Energiemanagement. Dazu kommen relevante Gesetze und Fördermöglichkeiten. Die Handwerkerinnen und Handwerker müssen heutzutage einfach das große Ganze mitdenken und nicht mehr nur ihren eigenen Bereich. Deshalb haben wir an unserer Bildungsakademie die WeiterbildungSHK-Expert/in für Nachhaltige Gebäudetechnikentwickelt, um Anlagenmechaniker/innen SHK genau dieses berufsübergreifende Fachwissen gebündelt zu vermitteln.“

Gab es das bisher noch nicht?

David Koptik: „Die Betriebe haben ihre Fachkräfte bisher über Herstellerkurse fort- und weitergebildet. Außerdem sind sie untereinander Kooperationen eingegangen, also ein Elektriker und ein Anlagenmechaniker tun sich zusammen, um sich zum Beispiel für das Thema Wärmepumpe breiter aufzustellen. Mit dem KursSHK-Expert/in für Nachhaltige Gebäudetechnikbieten wir ab Oktober 2025 den SHK-Fachkräften erstmals in Deutschland die Möglichkeit, sich umfassend zu den technischen Gebäudesystemen weiterzubilden. Für das Elektrohandwerk gibt es bereits einen ähnlichen Kurs am Elektro Technologie Zentrum in Stuttgart. Denn eins ist klar: Um die Energie- und Wärmewende zu stemmen, brauchen wir mehr Fachkräfte, die berufsübergreifend aufgestellt sind.“

Wird sich für die Kundinnen und Kunden etwas verändern? Was müssen sie beachten, wenn sie Handwerkerinnen und Handwerker für ihre Haussanierung oder eine neue Heizung oder Photovoltaikanlage beauftragen?

David Koptik: „Für die Kundinnen und Kunden hat sich eigentlich kaum was verändert. Es gilt weiterhin: Am besten arbeitet man mit einem Betrieb, den man bereits kennt oder der in der Innung ist. Man sollte sich verschiedene Angebote einholen, aber um den Überblick zu behalten, empfehle ich maximal drei zu vergleichen. Ganz wichtig ist, dass man dann auf sein Bauchgefühl hört: Wer hat meine Fragen beantwortet und wo habe ich mich gut aufgehoben gefühlt? Der persönliche Eindruck ist dabei wichtig. Was Kunden jedoch zunehmend beachten müssen: Betriebe stellen Angebote immer häufiger in Rechnung. Und das aus gutem Grund: Allein um ein Angebot zu erstellen, müssen viele Daten eingeholt werden. Die Komplexität der Projekte ist einfach enorm gestiegen. Außerdem müssen sich Handwerkerinnen und Handwerker tagtäglich fortbilden, um auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben und den Kundinnen und Kunden die bestmögliche Beratung und Ausführung bieten zu können. Entscheidet man sich dann für einen Betrieb, werden in der Regel die Kosten des Angebots mit dem Auftrag verrechnet."

Zur Person:

David Koptik ist Installateur- und Heizungsbauermeister und seit 2023 als Spezialist und Trainer für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik an der Bildungsakademie der Handwerkskammer Region Stuttgart tätig. Unter seiner Leitung wurde die WeiterbildungSHK-Expert/in für Nachhaltige Gebäudetechnikentwickelt.

Weitere Informationen zur Weiterbildung finden Sie hier:SHK-Expert:in für Nachhaltige Gebäudetechnik

Ausbildung / Jobs
[pressebox.de] · 11.03.2025 · 12:05 Uhr
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