Wenn Gewohnheit zur Sucht wird
Präventionskonferenz des „Länger besser leben.“-Instituts rückt alltägliche Süchte ins Zentrum

09. Dezember 2025, 11:52 Uhr · Quelle: LifePR
Wenn Gewohnheit zur Sucht wird
Foto: LifePR
Prof. Dr. Rainer Spanagel informierte über Risiken von Alkohol und Cannabis und zeigte neue Ansätze zur Prävention und Therapie von Suchterkrankungen auf
Alltägliche Gewohnheiten können zu Sucht führen, wie die Konferenz „Länger besser leben“ zeigt. Experten diskutieren Strategien zur Früherkennung und Prävention.

Hannover, 09.12.2025 (lifePR) - Wie dicht beieinander liegen nützliche Routinen und gefährliche Abhängigkeiten? Diese Frage stand am 27. November im Zentrum der 6. „Länger besser leben.“-Präventionskonferenz von Hochschule Weserbergland (HSW) und Krankenkasse BKK24. Das gemeinsame „Länger besser leben.“-Institut hatte eingeladen und rund 150 Gäste aus Wissenschaft, Pädagogik, Gesundheitspraxis und Verwaltung erlebten in der Akademie des Sports im LandesSportBund Niedersachsen in Hannover einen Tag voller Einblicke in alltägliche Süchte und wirksame Präventionsstrategien.

Zur Eröffnung machten Prof. Dr. med. Peter Schulte, ärztlicher Psychotherapeut und wissenschaftlicher Leiter des Instituts, und Jörg Nielaczny, Vorsitzender des Vorstandes der BKK24, deutlich, wo die Verantwortung der Prävention beginnt. Schulte betonte: „Alltagssüchte entstehen selten plötzlich, sie wachsen mit unseren Routinen. Prävention muss genau dort ansetzen, wo Gewohnheiten kippen.“ Nielaczny unterstrich: „Prävention darf nicht erst eingreifen, wenn Probleme sichtbar werden. Wir müssen frühzeitig unterstützen und Barrieren abbauen, damit Menschen Hilfe erhalten, bevor Abhängigkeiten entstehen.“

Dr. Roman Marek zeigte in seinem Vortrag „One for you, one for me“, wie alltäglich viele Suchterkrankungen heute sind. Oft sind belastende Erfahrungen, soziale Isolation oder der Wunsch nach Entlastung die Auslöser, besonders in einer Gesellschaft, in der Angst und Einsamkeit zunehmen. Marek machte deutlich, dass der Blick weg von spektakulären Medienbeispielen hin zu häufig übersehenen Alltagssüchten wie Medikamenten- und Spielsucht gelenkt werden muss.

Prof. Dr. Rainer Spanagel machte in seinem Vortrag „Neue Ansätze zur Suchtprävention und zur Rückfallprophylaxe“ deutlich: Cannabis sei heute deutlich stärker konzentriert, während Alkohol gesellschaftlich weiterhin verharmlost werde, trotz hoher gesundheitlicher und wirtschaftlicher Folgen. Bei der Behandlung zeigten sich neue Ansätze: Schon eine deutliche Reduktion des Konsums könne ein Erfolg sein; zudem eröffne die Medikamentenforschung neue Perspektiven, das starke Verlangen nach Suchtmitteln abzumildern.

Die Sozialwissenschaftlerin Jenny Lehnert-Ott beleuchtete anschließend in ihrem Vortrag Social Media als wachsende Herausforderung insbesondere für Kinder und Jugendliche. Endlos-Designs, soziale Vergleiche und die Angst, etwas zu verpassen, fördern dauerhafte Nutzungsmuster. Problematisch werde es, wenn aus Routinekonsum Funktionskonsum wird, etwa als Einschlafhilfe oder als Mittel gegen Einsamkeit. Sie appellierte an Eltern, ihre Kinder zu befähigen, kritisch mit Social Media umzugehen und die Nutzung bewusst zu reflektieren.

Das Theater Quintessenz übersetzte die Inhalte der Vorträge in improvisierte Szenen und bot einen ungewöhnlichen, zugleich emotionalen Zugang zu den Themen. Ein Graphic Recording von Ines Schaffranek hielt parallel die zentralen Inhalte und Diskussionen des gesamten Tages fest. Abschließend vertieften die Referierenden ihre Themen in Masterclasses und gaben praktische Orientierung für den Alltag.

Am Ende zog Prof. Dr. med. Peter Schulte das Fazit: „Süchte sind uns näher, als es das mediale Bild vermuten lässt. Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland ringt mit Formen von Abhängigkeit.“ Jörg Nielaczny verriet: „Ich fand es durchaus mutig, Sucht zum Thema der Konferenz zu machen. Jetzt sage ich: Es war ein Muss. Prävention muss ganzheitlich gedacht werden und darf nicht bei Bewegung und Ernährung aufhören.“ Die Konferenz habe zudem eindrucksvoll gezeigt, wie wissenschaftlich fundierte und praxisnahe Prävention in der Praxis umgesetzt werden könne. Die enge Zusammenarbeit von HSW und BKK24 setzte ein starkes Zeichen in der Region und machte sichtbar, wie Menschen gezielt unterstützt werden können, bevor aus Gewohnheiten Abhängigkeiten werden.

Zu den Kooperationspartnern:

Die BKK24 ist eine gesetzliche Krankenkasse. Sie steht für besondere Leistungsstärke: mit über 90 Extraleistungen und herausragend guten Angeboten etwa in den Bereichen Zahngesundheit und Osteopathie. Darüber hinaus überzeugt die bundesweit geöffnete Krankenkasse mit hoher Beratungskompetenz und optimaler Erreichbarkeit, online wie am Telefon. Service, Zufriedenheit und Nachhaltigkeit sind wichtige Werte. Ein starkes Bonusprogramm mit bis zu 160 Euro Rückzahlung pro Jahr nutzt ebenso Gesundheit wie Geldbeutel. Deutschlandweit einmalig ist die integrierte Initiative „Länger besser leben.“ zur Förderung von Gesundheitsbewusstsein und Lebenserwartung.

Bildung & Karriere / Sucht / Prävention / Gesundheit / Abhängigkeit
[lifepr.de] · 09.12.2025 · 11:52 Uhr
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