Weltwirtschaft auf beständigem Wachstumspfad – Doch ohne Entlastung für die Ärmsten
Der jüngste Bericht der Weltbank offenbart ein widersprüchliches Bild der globalen ökonomischen Entwicklung. Trotz Kriegen, protektionistischer Handelspolitik und hohen Zinsen wächst die Weltwirtschaft kontinuierlich, jedoch nicht schnell genug, um den ärmsten Regionen der Erde Linderung zu verschaffen. Die globale Wirtschaft soll 2025 und 2026 um jeweils 2,7 % expandieren – ein stabiles, jedoch enttäuschendes Wachstum, das 0,4 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2019 liegt.
Positiv aus dem Bericht herauszulesen ist die erwartete globale Inflationsabkühlung: Von über 8 % vor zwei Jahren soll die Inflation auf durchschnittlich 2,7 % in den Jahren 2025 und 2026 sinken, was vielen Zentralbankzielen nahekommt. Trotz der Fortschritte plagen die Entwicklungsländer jedoch weiterhin hohe Schulden, Investitionsschwäche und steigende Kosten durch den Klimawandel.
Das Wirtschaftswachstum der Entwicklungsländer, zu denen China und Indien nicht gezählt werden, liegt unter jenem der reichen Länder, was maßgeblich auf anhaltende Konflikte, etwa in Gaza und Sudan, zurückzuführen ist. Dieser Konfliktteppich hemmt die wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig. Demnach soll das Wachstum in den ärmsten Ländern, sofern die Konflikte abklingen, auf 5,7 % in diesem Jahr und 5,9 % im Jahr 2026 anziehen.
Während China und Europa mit schwachem Wachstum kämpfen, zeigt sich die US-amerikanische Wirtschaft robust und wird durch Konsumstärke, Einwanderung und Produktivitätssteigerungen gestützt. Die Prognosen für die chinesische Wirtschaft jedoch deuten auf eine Verlangsamung hin, belastet durch den Einbruch im Immobilienmarkt. Indien hingegen treibt mit einer beeindruckenden Wachstumsrate von 6,7 % die globale Expansion an.
Die Weltbank warnt jedoch, dass unklare wirtschaftspolitische Entwicklungen in den USA, insbesondere mögliche Maßnahmen der Trump-Administration, das globale Wachstum beeinträchtigen könnten.

