Weltklimakonferenz in Brasilien: Mutige Führung gefordert
UN-Generalsekretär António Guterres hat während der Weltklimakonferenz in Brasilien die internationale Gemeinschaft dazu ermahnt, den Schlussverhandlungen mit Entschlossenheit und Kompromissbereitschaft zu begegnen. In seiner leidenschaftlichen Rede in Belém appellierte er an die anwesenden rund 200 Staaten, mutig zu handeln, wissenschaftlichen Erkenntnissen zu folgen und menschliche Bedürfnisse über wirtschaftliche Interessen zu stellen. Guterres betonte mit Nachdruck, dass das bei der Pariser Klimakonferenz festgelegte Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, nicht unterschritten werden dürfe.
Besonders hervorzuheben ist seine unerwartet deutliche Unterstützung für die Entwicklungsstaaten, die eine Verdreifachung der finanziellen Anpassungshilfen an die Klimaveränderungen bis zum Jahr 2030 fordern. Guterres erklärte diese Maßnahmen als "unumgänglich".
Er begrüßte zudem die "wachsende Koalition" von Nationen, die sich auf der Konferenz klar für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen wie Öl, Gas und Kohle aussprechen. Diese Forderungen werden unter anderem von Deutschland und etwa 80 weiteren Staaten unterstützt und stellen einen zentralen Disputpunkt auf der COP30 dar, die planmäßig am Freitagabend abgeschlossen werden soll.
Auf die Frage nach einer Botschaft für den abwesenden US-Präsidenten Donald Trump antwortete Guterres schlagfertig: "Wir warten auf Sie."
Guterres warnte eindringlich vor den Prognosen, die auf eine Erderwärmung von deutlich über zwei Grad hindeuten, selbst bei vollständiger Umsetzung der aktuellen Klimaschutzpläne der Länder. Für viele Regionen der Welt entspräche dies einem Todesurteil, so der Generalsekretär, weshalb die bestehenden nationalen Pläne lediglich als Mindeststandards betrachtet werden sollten.
Weiterhin unterstützte Guterres den Gastgeber Brasilien in seinem Bestreben, die globalen Wälder besser zu schützen. Er hob die Bedeutung hervor, die Abholzung bis zum Jahr 2030 zu stoppen und umzukehren, um die Natur als Schutzmechanismus zu erhalten, anstatt sie zu vernichten.

