Waymo-Robotaxi Unfall entfacht Diskussion über autonome Fahrsysteme
Ein neuer Vorfall in Kalifornien heizt die Debatte um die Sicherheit autonomer Fahrsysteme weiter an. Ein fahrerloses Robotaxi des Google-Schwesterunternehmens Waymo erfasste ein Kind, das dabei leicht verletzt wurde. Waymo betont jedoch, dass die innovative Steuerungssoftware in der Lage war, das Fahrzeug wesentlich schneller abzubremsen, als es einem menschlichen Fahrer möglich gewesen wäre. Untersuchungen von Waymo ergaben, dass das Kind aus dem Schatten eines großen SUVs auf die Straße trat. Das autonome Fahrzeug konnte eine Vollbremsung durchführen und verringerte die Geschwindigkeit von etwa 27 km/h auf unter 10 km/h. Laut einem Computermodell von Waymo wäre auch ein aufmerksamer Fahrer mit dem Kind in Kontakt gekommen, jedoch mit höherer Geschwindigkeit.
Die nationale Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA untersucht den Vorfall, insbesondere vor dem Hintergrund der Nähe zu einer Grundschule. Waymo musste bereits seine Software überarbeiten, als ein Robotaxi in der Vergangenheit dabei erwischt wurde, wie es verbotenerweise einen parkenden Schulbus umfuhr. Waymo hebt regelmäßig hervor, dass ihre Robotaxis sicherer sind als menschliche Fahrer. Laut NHTSA-Dokumenten umfasst die Flotte mittlerweile rund 3.000 Fahrzeuge, die bereits Millionen von Kilometern im öffentlichen Raum zurückgelegt haben.
Während Waymo als führend im autonomen Fahren gilt, plant Tesla-Chef Elon Musk, mit einem kamera-basierten Ansatz Marktführerschaft zu erlangen. Dies stößt auf Skepsis seitens Experten, die auf die Unzulänglichkeiten von Kameras hinweisen und auf die Notwendigkeit von Zusatztechnologien wie Laser-Radar bestehen. Bereits bekannt sind zwei gravierende Unfälle mit autonomen Fahrzeugen. In San Francisco führte ein Unfall unter Beteiligung eines Robotaxis von Cruise zu schwerwiegenden Konsequenzen, die letztlich zur Schließung des Unternehmens führten. Ein anderes tragisches Ereignis ereignete sich in Arizona, als ein autonomer Testwagen von Uber eine Fußgängerin erfasste. Die nachfolgenden Untersuchungen offenbarten Schwächen in der Objekterkennung der Uber-Software, was zur Aufgabe der eigenen autonomen Fahrtechnologie führte.

