Warnstreik bei Kölner Traditionsbrauereien: Mitarbeiter fordern mehr als nur Anerkennung
Bei den Kölner Brauereien Gaffel und Reissdorf wurde kürzlich die Arbeit durch einen mehrstündigen Warnstreik empfindlich gestört. Etwa 60 Beschäftigte, ausgerüstet mit Warnwesten und Trillerpfeifen, demonstrierten lautstark und gut sichtbar auf dem Gelände der Gaffel-Brauerei in Porz. Auf Transparenten prangten Forderungen wie "Ohne Wir kein Bier" und "Wir fordern: Anerkennung, Wertschätzung, faire Lohnerhöhung".
Gewerkschafter Marc Kissinger zeigte sich mit dem Verlauf der Protestaktion zufrieden und betonte, dass durch den Streik die Produktion an beiden Standorten zum Stillstand gebracht wurde. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) setzt sich für eine Lohnerhöhung von 6,6 Prozent ein, mindestens jedoch 280 Euro pro Monat bei Vollzeitbeschäftigten – Forderungen, die die Arbeitgeber bislang nicht ausreichend erfüllen möchten. Während bei Gaffel in Köln-Porz 130 Personen beschäftigt sind, arbeiten bei Reissdorf in Köln-Rodenkirchen insgesamt 90 Mitarbeiter.
Der Gaffel-Standort zeigte sich jedoch unbeeindruckt von der Streikbeteiligung. Laut ihrem Sprecher hatte der Ausstand keine messbaren Auswirkungen auf die Bierproduktion: "Ein Großteil der Belegschaft hat nicht gestreikt. Die Produktion und Auslieferung laufen weiterhin problemlos und die Lager sind voll." Trotz der unterschiedlichen Sichtweisen bleibt abzuwarten, ob die Arbeitgeberseite bei der nächsten Tarifrunde ein verbessertes Angebot vorlegt.

