Wärmepumpen: Nachhaltigkeit toppt Unsicherheiten
Zwar ist der Markt laut Bundesverband Wärmepumpe 2024 deutlich eingebrochen – der Wärmepumpenabsatz ging um 46 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2023 zurück. Kein Wunder angesichts der allgemeinen Kostensteigerung und der schwierigen politischen Lage. Trotzdem machen viele Deutsche fleißig weiter mit der Energie- und Wärmewende in den eigenen vier Wänden. Für sie wiegen die langfristigen Vorteile schwerer als die hohe Anfangsinvestition. Die Anzahl der installierten Wärmepumpen spiegelt das wider: Sie ist in den zehn Jahren bis 2022 stetig gestiegen – waren es 2012 noch rund 500.000 Anlagen, waren es 2022 schon 1,45 Millionen.
Neubau oder Sanierung – die Wärmepumpen-Frage stellt sich immer
Ob man sich nun sein Eigenheim neu baut, eine bestehende Immobilie kauft oder das alte Haus der Großeltern erbt – die Frage, ob sich eine Wärmepumpe lohnt, stellt sich immer, sei es nun, weil einem der Umweltschutz am Herzen liegt oder weil man schlichtweg bestehende Auflagen erfüllen muss. Bei Neubauten sind umweltfreundliche Heizsysteme zum Beispiel Pflicht: So müssen in Neubauten in Neubaugebieten seit dem 1. Januar 2024 Heizsysteme installiert werden, die zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden.
Aber auch die insgesamt steigenden Energiekosten und nicht zuletzt die zur Verfügung stehenden staatlichen Fördermöglichkeiten machen die Überlegung, mit einer Wärmepumpe zu heizen, interessant. Gut zu wissen: Man kann für die Anlage sogar eine besondere Wärmepumpenversicherung abschließen. Fest im Haus installierte Anlagen sind zwar üblicherweise über die Wohngebäudeversicherung abgedeckt, dennoch lohnt es sich hier, genau hinzuschauen: Welche Schäden übernimmt der Versicherer? Je nach Standort und besonderen Umständen kann eine Zusatzversicherung Sinn machen, um so zum Beispiel auch im Fall von Vandalismus oder Beschädigungen durch Tierbisse auf der sicheren Seite zu sein – und nicht selbst auf unerwarteten Reparaturkosten sitzen zu bleiben.
Staatliche Förderung nutzen
Der Einbau von Wärmepumpen wird staatlich gefördert, denn die Kosten für den Einbau sind hoch; diese können sich auf 20.000 bis 40.000 Euro belaufen. Auf der Website des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sind alle Informationen zum Thema Förderung zusammengefasst. Dazu gibt es weitere Förderprogramme der einzelnen Länder. So hat das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen zum Beispiel das Programm „progres.nrw“ aufgelegt, das mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) kombiniert werden kann.
Vorteile überwiegen langfristig
In jedem Fall muss eine derartig aufwendige Umrüstung gut geplant sein; die Beratung durch Fachleute ist unablässig. Was sich erst mal nach viel Mühe anhört, zahlt sich dann aber langfristig aus: Mit einer Wärmepumpe zu heizen, ist nachhaltig und effizient. Sie entzieht der Umgebung, also zum Beispiel der Luft oder dem Boden, Wärme, verdichtet sie und gibt sie dann an das Heizsystem des Hauses oder der Wohnung ab, und macht so die Heizkörper, das Duschwasser oder die Fußbodenheizung warm. Dabei verursacht sie nahezu keine CO2-Emissionen und benötigt nur wenig elektrische Energie. Kombiniert mit einer Photovoltaikanlage kann dies in sehr niedrigen Betriebskosten resultieren. Richtig geplant und umgesetzt können Wärmepumpen also gut für die Umwelt, aber eben auch für den eigenen Kontostand sein – und sind damit gleich doppelt nachhaltig.


