Wachstumsaussichten von Oracle lassen SAP-Anleger unbeeindruckt
Die vielversprechenden Wachstumsaussichten von Oracle haben am Donnerstag nur wenig Eindruck bei den Anlegern des deutschen Softwareherstellers SAP hinterlassen. Nachdem Oracle seine Prognosen für das Geschäftsjahr 2024/25 bekannt gegeben hatte, zeigten sich die SAP-Aktien nahezu unbeeindruckt. Gegen Mittag verzeichneten die Papiere ein leichtes Minus von 0,6 Prozent auf 261,55 Euro und entwickelten sich damit stabiler als der Dax, der um 1,1 Prozent fiel. Das Rekordhoch bei 283,50 Euro aus dem Februar bleibt weiterhin in greifbarer Nähe.
Oracle präsentierte für sein jüngst beendetes Geschäftsjahr durchwachsene Zahlen, sieht jedoch großes Potenzial im Cloud-Infrastruktur-Geschäft (IaaS) und hat ambitionierte Wachstumspläne. Analysten reagierten prompt und hoben ihre Kursziele erheblich an, was die Oracle-Aktie vorbörslich um weitere 7,6 Prozent auf etwa 190 US-Dollar ansteigen ließ. Die Banken Bank of America, Jefferies und UBS schätzen, dass Oracle in den nächsten Monaten das aktuelle Rekordhoch von knapp unter 200 Dollar übertreffen könnte.
Aktienexperte Andreas Lipkow betonte, dass die Euphoriestimmung um Oracle vor allem durch das Engagement im IaaS-Sektor ausgelöst wurde, was bei der SAP-Aktie jedoch keine Wirkung zeigte. Obwohl SAP ebenfalls stark vom Cloudgeschäft abhängt, ist die Dynamik von Oracle in diesem Bereich einzigartig. Besonders in den USA hat sich Oracle durch seine bedeutende Rolle im KI-Sektor hervorgetan, was sich nicht auf SAP übertragen lässt. Während Oracle stark durch das Datenbankgeschäft geprägt ist, konzentriert sich SAP größtenteils auf Anwendungssoftware.

