Vulkanologen besorgt über «Kind des Krakatau»

01. November 2010, 16:56 Uhr · Quelle: dpa

Jakarta (dpa) - Mit seinem schwersten Ausbruch seit Beginn der jüngsten Eruptionen hat der indonesische Feuerberg Merapi Panik ausgelöst. Mehr als 1500 Meter schoss am Montagvormittag (Ortszeit) heiße Asche in den Himmel. Die Anwohner des Berges flohen in Angst, berichteten die lokalen Medien.

Mit Lastwagen, Autos und Krankenwagen holten Helfer aus dem zehn Kilometer entfernten Bezirk Boyolali die gerade zum Vulkan zurückgekehrten Menschen aus der Gefahrenzone. Über neue Todesopfer lagen zunächst keine Berichte vor.

Fachleute warnten unterdessen vor gefährlicher Aktivität des Vulkans Anak Krakatau. Dessen Temperatur sei in den vergangenen Tagen gestiegen, Rauch steige auf. Fischer und Touristen wurden aufgefordert, mindesten zwei Kilometer Sicherheitsabstand vom Berg zu halten. Die Vulkaninsel liegt zwischen Java und Sumatra. Anak Krakatau bedeutet «Kind des Krakatau». Er ist an der Stelle des früheren Vulkans Krakatau entstanden. Als dieser 1883 ausbrach, waren weltweit Auswirkungen zu spüren. Mehr als 36 000 Menschen starben.

Die glühend heiße Aschewolke des Merapi verbrannte bis zu vier Kilometer südlich des Vulkans alle Bäume und vernichtete die Ernte der Bauern. Tiere, die nicht flüchten konnten, starben in der Hitze. Vulkanasche legte sich über Dörfer im Bezirk Klaten und Boyolali, wie der Chef der Geologie-Behörde in der Stadt Yogyakarta berichtete. Die Regierung ordnete die Räumung des Gebietes zehn Kilometer um den Vulkan an. Die Behörden haben jedoch Schwierigkeiten, die Bewohner zum Verlassen der Gefahrenzone zu bewegen. Der Berg gilt vielen als heilig. Aus Sicht der Anwohner wird er von Geistern bewacht, die besänftigt werden müssen.

Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono wollte die Katastrophenregion an diesem Dienstag besuchen. Er forderte die Menschen am Feuerberg auf, den Anordnungen der Behörden zu folgen. Der Präsident verlangte von den lokalen Institutionen, alles zu unternehmen, um das Leben der Menschen zu retten.

Der Vulkan Merapi war nach vier Jahren Ruhe am vergangenen Dienstag erstmals wieder ausgebrochen, seitdem kamen 38 Menschen durch den Feuerberg ums Leben. Der Merapi gehört zu den aktivsten und gefährlichsten Vulkanen der Welt. Zusammen mit dem Tsunami auf den indonesischen Mantawi-Inseln kamen innerhalb weniger Tage insgesamt fast 500 Menschen ums Leben.

Das indonesische Rote Kreuz versuchte am Montag weiter, abgelegene Gebiete auf den Inseln zu erreichen. Mit vier Hubschraubern sollte Kindernahrung, Medikamente, Kleidung und Lebensmittel in entlegene Regionen geflogen werden. Dort sind viele Menschen nach dem Erdbeben und dem Tsunami noch obdachlos. Bis Sonntag waren 449 Leichen geborgen worden, knapp 100 Menschen wurden noch vermisst.

Die Inseln waren vor gut einer Woche von einem starken Erdbeben erschüttert worden. Das Beben löste einen Tsunami mit meterhohen Wellen aus. Mehrere Dörfer wurden zerstört. Auf den westlich von Sumatra gelegenen Inseln warten noch immer viele Menschen auf Hilfe.

Indonesien liegt in einer seismologisch äußerst aktiven Zone, dem sogenannten Ring aus Feuer. In dem riesigen Inselreich gibt es rund 130 aktive Vulkane, von denen 65 als gefährlich gelten.

Erdbeben / Vulkane / Indonesien
01.11.2010 · 16:56 Uhr
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