Vorsichtige Geschäfte vor Zinsentscheidung: Dax verliert leicht, Delivery Hero hebt ab
Am Mittwoch hielten sich die Anleger an den deutschen Börsen zurück, da die mit Spannung erwartete Zinsentscheidung der US-Notenbank bevorsteht. Der Dax fiel nach einer kürzlichen Erholungsrally um 0,13 Prozent auf 24.130,14 Punkte. Nachdem er sich vom November-Tief unter 23.000 Punkten eindrucksvoll erholt hatte, stellte die 24.000-Punkte-Marke eine wichtige Unterstützung dar. Auch der MDax zeigte sich verhalten, konnte jedoch minimal im Plus schließen – ein Anstieg um 0,01 Prozent auf 29.732,65 Punkte.
In den USA wird eine Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte erwartet, was die Finanzmärkte bereits berücksichtigt haben. Im Fokus steht jedoch der geldpolitische Ausblick der Fed, der eine mögliche Weihnachtsrally auslösen könnte. Marktbeobachter verweisen auf die Vergangenheit, als Fed-Chef Jerome Powell die Märkte mit strikter Rhetorik belastete. Das Marktumfeld bleibt schwierig: Aufgrund der Schließung vieler US-Bundesbehörden fehlen wichtige Wirtschaftsdaten, während Präsident Donald Trump weiterhin Druck auf die Fed ausübt.
An der Spitze des Dax setzte Siemens Energy ihren Rekordkurs mit einem Plus von 4,4 Prozent fort. Positive Signale vom Investorentag des Rivalen GE Vernova beflügelten auch Nordex. Auf der anderen Seite standen Rheinmetall und andere Rüstungswerte unter Druck, da politische Gespräche in der Ukraine für Unsicherheit sorgten.
Im MDax sorgte Delivery Hero mit einem kräftigen Kurssprung von fast 14 Prozent für Aufsehen. Der Essenslieferdienst zieht angesichts schwacher Kurse den Verkauf von Unternehmensteilen in Betracht, was Hoffnung auf künftige Wertsteigerungen nährt. Zum Schlusslicht wurde Tui mit einem Rückgang von 3,8 Prozent, obwohl der Reisekonzern die erste Dividende seit der Corona-Krise ankündigte. Fraport verzeichnete einen noch stärkeren Verlust von 5,5 Prozent aufgrund von Investitionssignalen.
Im SDax überraschte Patrizia mit einem fast elfprozentigen Kursanstieg, nachdem eine Verlängerung eines Fondsmandats vereinbart worden war. Während der EuroStoxx 50 um 0,18 Prozent nachgab, zeigten sich die Märkte außerhalb der Eurozone gemischt.

