Vorsicht am New Yorker Aktienmarkt: Vorfreude auf Leitzinssenkung schwindet
Die anfängliche Euphorie über eine mögliche bevorstehende Leitzinssenkung hat bei Anlegern am New Yorker Aktienmarkt einer zurückhaltenden Stimmung Platz gemacht. Der Dow Jones Industrial verzeichnete nach nur 40 Minuten des Montagshandels einen Rückgang um 0,36 Prozent auf 45.469 Punkte, nachdem er am Freitag noch neue Höhen erreicht hatte. Dies war eine Reaktion auf die geldpolitischen Signale von Jerome Powell, dem Vorsitzenden der US-Notenbank.
Unterdessen sanken der S&P 500 um 0,17 Prozent auf 6.456 Punkte und der Nasdaq 100 um 0,11 Prozent auf 23.471 Punkte. Beide Indizes konnten ihre Rekordstände, die bereits einige Tage zurückliegen, nicht erreichen. Die anfängliche Begeisterung über eine mögliche Zinssenkung im September hat nachgelassen, und die Sorgen über Zölle sowie deren mögliche Auswirkungen auf die Inflation nehmen wieder zu. In dieser Woche richten die Anleger ihr Augenmerk besonders auf weitere Preis- und Konsumdaten. Ein bedeutendes Ereignis wird am Mittwoch nach Börsenschluss die Bekanntgabe des Quartalsberichts des KI-Chipherstellers Nvidia sein, dessen Aktien einen leichten Anstieg von 0,5 Prozent verzeichneten.
Auch die Wirtschaftspolitik der Trump-Regierung rückte in bestimmten Branchen erneut in den Fokus. Nachdem der US-Präsident eine umfassende Untersuchung für importierte Möbel angekündigt hatte, gerieten Unternehmen wie Wayfair und RH unter Druck; deren Aktien fielen um bis zu 7,8 Prozent.
Intel setzte seinen starken Kursgewinn vom Freitag fort und stieg um 1,2 Prozent, nachdem der amerikanische Staat offiziell einen zehnprozentigen Anteil am strauchelnden Chipkonzern erworben hatte. Experten der DZ Bank betrachten diese Beteiligung mit Skepsis, da Intel die versprochenen Fördermittel zwar erhält, jedoch kein zusätzliches Kapital dem Unternehmen zufließt.
Ein weiterer bemerkenswerter Kursrückgang war bei Keurig Dr Pepper zu beobachten, dessen Aktien um 8,5 Prozent sanken. Der Getränkeriese plant die Übernahme des niederländischen Kaffee- und Tee-Spezialisten JDE Peet's für 15,7 Milliarden Euro, um sein schwächelndes Kaffee-Geschäft zu beleben.

