Vor Krisentreffen neue Vorwürfe gegen S-Bahn

26. Juli 2009, 13:08 Uhr · Quelle: dpa
Berlin (dpa) - Nach neuen Vorwürfen gegen die Berliner S-Bahn gerät die frühere Unternehmensspitze immer stärker ins Visier der Justiz. Berichte über systematisch missachtete Sicherheitsvorgaben an den Zügen würden in die laufenden Ermittlungen gegen ehemalige Geschäftsführer einbezogen.

Das sagte Justizsprecherin Simone Herbeth am Sonntag. Sie bestätigte damit die «Berliner Morgenpost». Laut einem internen Bericht, aus dem das Blatt zitiert, wurden Wartungsfristen an den S-Bahnzügen systematisch ignoriert. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» haben die durch einen Radbruch aufgefallenen S-Bahn-Züge die Zulassungsvoraussetzungen nicht erfüllt.

Seit einer Woche ist wegen der Sicherheitsmängel der S-Bahn-Verkehr in Berlin um zwei Drittel eingeschränkt. Der Notfahrplan der S-Bahn soll mindestens bis 10. August gelten.

Dem internen Bericht zufolge wurden bis zur Ablösung der alten Geschäftsführung am 2. Juli die Triebwagen auch dann in den regulären Einsatz geschickt, wenn bei den Zugrädern Schäden und Abweichungen von Toleranzwerten festgestellt wurden. So sei die Laufleistung der Fahrzeuge über die vorgesehenen Fristen hinaus für die Wartung und die Hauptuntersuchung verlängert worden. Normalerweise müssen Triebwagen der modernsten S-Bahn-Baureihe 481 nach 1,1 Millionen Kilometern geprüft werden. Der Leiter der Fahrzeuginstandhaltung habe jedoch für zahlreiche Triebwagen Fristverlängerungen für bis zu 1,4 Millionen Kilometern erteilt. Die neue Geschäftsführung habe diese Praktiken sofort gestoppt.

Eine Bahnsprecherin wollte zu dem Bericht keine Stellung nehmen. «Es wird nicht toleriert, das gegen Sicherheitsauflagen verstoßen wird», sagte sie lediglich. Das sei vor dem Wechsel in der Geschäftsführung der S-Bahn nicht anders gewesen. Justizsprecherin Herbeth betonte, man müsse zunächst prüfen, ob es einen Vorstoß darstelle, wenn gezielt und bewusst Wartungsfristen überzogen werden oder ob die Verantwortlichen dabei lediglich ihren Ermessensspielraum ausgereizt hätten.

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» haben die durch einen Radbruch aufgefallenen S-Bahn-Züge die Zulassungsvoraussetzungen nicht erfüllt. Die Züge seien «nicht dauerfest», die Radscheiben «schlicht unterdimensioniert», sagte der Bahn-Vorstand Personenverkehr, Ulrich Homburg. Der Einsatz immer festerer Stahlsorten sei besonders heikel, da sich Risse in solchen Werkstoffen schneller fortsetzten als bei konventionellem Stahl. Die Bahn behalte sich Regressforderungen gegenüber den Herstellern vor.

Die Vorwürfe dürften auch Thema des Krisengespräches von Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) mit Spitzenvertretern des Nahverkehrs an diesem Montag (12.00 Uhr) sein.

Die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen, Claudia Hämmerling, kritisierte, dass die Bahn «Riesengewinne» einstreiche und zugleich Beihilfen vom Senat erhalte. Dies verstoße gegen EU-Recht. So rechne die Deutsche Bahn bei der S-Bahn im kommenden Jahr mit einem Gewinn von 125 Millionen Euro. Das Land Berlin zahle jährlich 232 Millionen an das Unternehmen. «Sollte der Senat den S-Bahnvertrag nicht ändern und den S-Bahnbetrieb nicht ausschreiben, werden wir ein Beihilfeverfahren bei der EU initiieren», kündigte Hämmerling an.

www.s-bahn-berlin.de

Verkehr / Bahn / Hauptstadt
26.07.2009 · 13:08 Uhr
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