Vonovia: Aufschwung mit neuem Führungswind und solidem Wachstumskurs
Deutschlands führender Wohnimmobilienkonzern Vonovia konnte in den ersten neun Monaten, getragen von gesteigerten Mieteinnahmen, trotz eines reduzierten Wohnungsangebots, seinen Gewinn erhöhen. Neben Mieterträgen wirkten sich auch Zusatzleistungen und Immobilienverkäufe positiv auf das operative Ergebnis aus. "Nach einer Phase der Stagnation erleben wir jetzt eine dynamische Wachstumsentwicklung, wie vor der Krise", verkündete der scheidende Vonovia-CEO Rolf Buch bei der Präsentation der Zahlen am Mittwoch. Das Unternehmen bestätigte seine optimierten Jahresziele, die im Sommer angehoben wurden, und rechnet für 2026 erneut mit höheren Ergebnissen. Dennoch verzeichnete die Vonovia-Aktie am Vormittag einen leichten Rückgang um 0,7 Prozent.
Der Immobilienriese profitiert weiterhin von der hohen Wohnraumnachfrage in städtischen Ballungsgebieten. "Unsere Wohnungen sind vollständig vermietet und die Nachfrage bleibt hoch", so Buch in einer Journalistenrunde. Die monatliche Durchschnittsmiete stieg um 4,3 Prozent auf 8,28 Euro pro Quadratmeter im Vergleich zum Vorjahr. In Deutschland selbst lagen die Mieten durchschnittlich bei 8,11 Euro pro Quadratmeter Ende September. Auch der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich im Jahresvergleich durch starkes Dienstleistungsgeschäft und erhöhte sich um 6,4 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro. Die Stabilisierung des Transaktionsmarktes erlaubte es dem Unternehmen, seine Preisvorstellungen beim Wohnungsverkäufen erfolgreich umzusetzen.
Insgesamt erzielte Vonovia einen Gewinn von rund 3,4 Milliarden Euro, gegenüber einem Verlust von etwa 592 Millionen Euro im Vorjahr, der durch Abwertungen im Immobilienbestand verursacht wurde. Mit Blick auf die Zukunft möchte Vonovia nach den finanziellen Rückschlägen der Vorjahre wieder expandieren, indem man Geschäftsfelder wie Projektentwicklung und immobilienspezifische Dienstleistungen reaktiviert. Diese sollen bis 2028 20 bis 25 Prozent zum bereinigten Ebitda beitragen, im Vergleich zu den aktuellen 13 Prozent.
Das Management strebt für 2028 einen operativen Gewinn von bis zu 3,5 Milliarden Euro an, was einem deutlichen Anstieg gegenüber 2024 entsprechen würde. Investitionen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro sind aktuell geplant, vor allem in energetische Sanierungen, Neubauten sowie erneuerbare Energien. Geplant ist eine Steigerung der jährlichen Investitionen auf zwei Milliarden Euro bis 2028.
Zusätzlich plant Vonovia den Erwerb und die Sanierung unsanierter Immobilienbestände. Weiterhin wurden Neubauprojekte mit 3.000 Wohnungen wieder aufgenommen, nachdem in den Jahren 2023 und 2024 keine begonnen wurden. Der Vorstand prognostiziert für 2026 einen bereinigten Vorsteuergewinn von bis zu zwei Milliarden Euro, im Einklang mit diesem Jahr angepeilten Zielen. Analysten wie Neil Green von JPMorgan begrüßen diese positiven Aussichten und sehen erhebliches Wachstumspotenzial.
Mit einem Führungswechsel geht eine Ära zu Ende: Rolf Buch übergibt nach jahrelanger erfolgreicher Expansion das Zepter an den ehemaligen SAP-Manager Luka Mucic. Buch, der Vonovia 2013 an die Börse brachte und durch die Übernahme von Unternehmen wie Gagfah, Buwog und Deutsche Wohnen zum Branchenführer ausbaute, verlässt zum Jahresende das Unternehmen mit einem bleibenden Vermächtnis.

