Volkswagen vor umfassenden Umstrukturierungen: Sparmaßnahmen und Werksschließungen im Fokus
Volkswagen sieht sich in der Pflicht, drastische Maßnahmen zu ergreifen, um Kosten in Höhe von vier Milliarden Euro zu kürzen. Der Vorstandsvorsitzende Thomas Schaefer machte in einem Interview deutlich, dass Entlassungen und Werksschließungen bei dem deutschen Automobilriesen kaum vermeidbar sind. Diese Ankündigungen verschärfen einen bereits bestehenden Konflikt mit den Gewerkschaften, die als Reaktion auf die Pläne Streiks ab Dezember angekündigt haben und fordern, dass das Unternehmen alternative Lösungen präsentiert, die ohne Werksschließungen und signifikante Stellenstreichungen auskommen.
Schaefer betonte, dass es unvermeidlich sei, sowohl Überkapazitäten als auch Kosten zu reduzieren und warnte davor, die notwendigen Maßnahmen aufzuschieben. Die Restrukturierung solle idealerweise innerhalb von drei bis vier Jahren abgeschlossen sein, um den Anschluss an die Konkurrenz nicht zu verlieren. Während ein Teil der Stellenstreichungen durch natürliche Fluktuation und vorzeitige Pensionierungen abgefedert werden soll, reiche dies jedoch nicht aus, um die gesetzten Einsparziele zu erreichen.
Zusätzlich zu den geplanten Einsparmaßnahmen hat Volkswagen die Belegschaft der betroffenen VW AG-Einheit um eine Gehaltskürzung von zehn Prozent gebeten. Schaefer äußerte geringe Hoffnungen auf eine baldige Erholung der Nachfrage in Europa und hob hervor, dass die Arbeitskosten an den deutschen Standorten erheblich höher seien als an den eigenen Standorten in Süd- und Osteuropa sowie im Vergleich zu anderen Wettbewerbern.
Bereits abgeschlossene Sparmaßnahmen hätten laut Schaefer einen positiven Effekt auf den Gewinn von rund 7,5 Milliarden Euro erzielt. Doch trotz dieser Erfolge sieht der Konzern aktuell keine Möglichkeit, Werksschließungen in Deutschland zu vermeiden, wobei neben Fahrzeugfabriken auch Werke zur Komponentenfertigung betroffen sein könnten.

