Volkswagen-Gruppe gerät unter Druck: Gewinnwarnungen belasten Aktienkurse
Die Vorzeichen am Aktienmarkt für die Unternehmen des Volkswagen-Konzerns waren zu Wochenbeginn alles andere als ermutigend. Vor allem die Aktien der Porsche AG mussten im vorbörslichen Handel erhebliche Verluste hinnehmen. Auf der Handelsplattform Tradegate notierten die Sportwagenmanufaktur-Titel um beachtliche sechs Prozent niedriger gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag auf der Xetra-Börse. Auch die Anteilsscheine des Mutterkonzerns Volkswagen sowie der Porsche SE verzeichneten empfindliche Abschläge von 2,6 beziehungsweise 3,8 Prozent.
Die Ursache der aktuellen Börsenturbulenzen liegt in den am Freitagabend verkündeten Neuigkeiten der VW-Tochter Porsche AG. Aufgrund strategischer Neuausrichtungen sieht sich das Unternehmen gezwungen, milliardenschwere Sonderbelastungen für dieses Jahr einzuplanen und die Gewinnerwartungen entsprechend anzupassen. Auch für Volkswagen selbst und die Holdinggesellschaft Porsche SE, die im Besitz der Familien Porsche und Piech ist, bedeutet dies eine Korrektur ihrer Gewinnprognosen.
Eine wesentliche Entscheidung der Porsche AG betrifft die Verlängerung der Produktionszyklen für Verbrennungsmotoren. Diese Neuorientierung führt zu weiteren Sonderbelastungen von etwa 1,8 Milliarden Euro. Laut Einschätzungen aus dem Handel war dieser Schritt unvermeidlich. Die UBS bewertet die Anpassung der Unternehmensziele grundsätzlich positiv, erwartet jedoch, dass die Aktienkurse aufgrund der immer noch vergleichsweise hohen Bewertung im Markt weiterhin unter Druck bleiben, insbesondere im Vergleich zu Mercedes und BMW.
Als zusätzliche Belastung für die Porsche AG wirkte sich der Ausschluss aus dem Dax aus, der nun Platz für die Unternehmen Gea und Scout24 macht. Zukünftig wird die Aktie des Sportwagenbauers im MDax gehandelt. Auch für Sartorius, das mit Porsche AG aus dem Leitindex weicht, bleibt eine ähnliche Folge abzusehen.

