Verzögerungen bei milliardenschwerem Fregatten-Projekt: IT-Probleme belasten Baufortschritt
Die Beschaffung neuer Fregatten im Wert von bis zu zehn Milliarden Euro für die deutsche Marine wird sich voraussichtlich verzögern. Das Verteidigungsministerium gab bekannt, dass die niederländische Damen Schelde Naval Shipbuilding Schwierigkeiten bei der Fertigstellung der Schiffe aufgrund von Problemen mit ihrer IT-Konstruktionssoftware hat.
Ursprünglich sollte das erste der sechs Schiffe im Jahr 2028 ausgeliefert werden, der Bau hatte im Dezember 2023 begonnen. Die neuen Fregatten sind für die 'dreidimensionale Seekriegführung' konzipiert, was bedeutet, dass sie Ziele sowohl unter Wasser, auf der Wasseroberfläche als auch in der Luft angreifen können.
Doch nicht nur technische Hürden belasten das Projekt, auch finanziell gerät der Auftrag ins Wanken: Ein Bericht der 'Wirtschaftswoche' macht auf erhebliche wirtschaftliche Probleme aufmerksam, die in die Verhandlungen beider Regierungen einfliessen könnten. Der niederländische Staat erwägt derweil, mit einem Überbrückungskredit von 270 Millionen Euro Unterstützung zu leisten.
Hierfür wurde das niederländische Parlament kurzfristig aus der Sommerpause geholt, um über das finanzielle Hilfspaket abzustimmen. Aus Berlin verlautet, dass man trotz der Zögerlichkeiten an der Fortsetzung des Projekts festhalten wolle.
Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte die Kiellegung der ersten Fregatte als 'Meilenstein' für die deutsche Streitkraft betitelt, der für eine Zeitenwende und Wettbewerbsfähigkeit stehe. Die neue Schiffsklasse wird mit einer Länge von 166 Metern und einer Besatzung von bis zu 198 Soldatinnen und Soldaten die größten Kampfschiffe der Bundeswehr darstellen.

