Vereinigtes Königreich plant Neustart der Handelsgespräche mit Kanada
Im Bestreben, Großbritanniens Wirtschaft weniger anfällig für internationale Handelskonflikte zu machen, kündigt Premierminister Keir Starmer an, die Handelsgespräche mit Kanada wieder aufleben zu lassen. Diese Initiative zielt darauf ab, die wirtschaftlichen Beziehungen weltweit zu stärken und sich gleichzeitig vor den Auswirkungen der von US-Präsident Donald Trump geführten Zollkriege zu schützen.
In einer Erklärung an die Presse betonte Starmer die Notwendigkeit, die wirtschaftliche Basis im Inland zu sichern, während Handelsbarrieren mit anderen Nationen abgebaut werden sollen. Zusammen mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney einigte sich Starmer darauf, eine neue Arbeitsgruppe zu bilden. Diese Gruppe, deren Bericht innerhalb von sechs Monaten erwartet wird, wird sich mit Fragen des Marktzugangs und der Zusammenarbeit in kritischen Bereichen wie Mineralien und künstlicher Intelligenz befassen.
Obwohl bereits ein Handelskontinuitätsabkommen nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU geschlossen wurde, stockten die Verhandlungen für ein maßgeschneidertes Abkommen. Grund hierfür war ein Konflikt über Rindfleisch, als weder Starmer noch Carney im Amt waren. Beide Nationen sind Mitglieder des Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-Pacific Partnership (CPTPP).
Carney erklärte, dass seine Regierung die Ratifizierung des Beitritts des Vereinigten Königreichs zu diesem Abkommen in diesem Jahr vorantreiben werde, was die Zölle zwischen den Ländern senken könnte. Im Rahmen des bevorstehenden G-7-Gipfels wird Starmer die Bedeutung Großbritanniens als freie und offene Handelsnation betonen und stärkere Allianzen fordern. Sein Büro gab an, dass der Premierminister weiterhin daran arbeiten wird, bestehende Handelsbeziehungen zu vertiefen und neue Chancen zu erkunden.
Während der Fokus der britischen Regierung letztes Jahr auf anderen Handelspartnern lag, hat die Rückkehr von Trump ins Weiße Haus und sein entschlossenerer Kurs in Handelsfragen britische Verhandler zu einer Neubewertung ihrer Prioritäten gezwungen. Die Suche nach neuen Handelsabkommen und Ausnahmen von US-Zöllen hat an Bedeutung gewonnen. Seit seinem Amtsantritt hat Starmer Freihandelsabkommen mit Indien sowie kleinere Abkommen mit den USA und der EU abgeschlossen.
Das Handelsabkommen mit den USA, das noch nicht umgesetzt wurde, sieht Zollsenkungen auf britische Stahl- und Aluminiumexporte sowie auf Autos vor. Starmer versucht, eine fein ausbalancierte Beziehung zu Trump zu pflegen, während er gleichzeitig die Interessen britischer Verbündeter verteidigt. Bei einer Frage zu Trumps Bemerkungen über Kanada war Starmer unmissverständlich: Kanada sei ein unabhängiges und souveränes Land sowie ein geschätztes Mitglied des Commonwealth.

