US-Ölmagnat dämpft Hoffnung auf Investitionen in Russland trotz Friedensgesprächen
Der US-Schiefer-Ölpionier Harold Hamm rechnet nicht damit, dass amerikanische Energiekonzerne nach einem möglichen Friedensschluss zwischen Moskau und Kiew rasch wieder in Russland investieren werden. „Viele Unternehmen haben dort enormes Kapital verloren und dürften sehr zurückhaltend sein, zurückzukehren“, sagte der Gründer von Continental Resources im Gespräch mit der Financial Times. Hamm gehört zu den prägenden Stimmen der Branche und koordinierte wichtige Finanzbeiträge aus dem Öl- und Gassektor für Donald Trumps Wahlkampf.
Im Raum steht, dass US-Beteiligungen bei einem Abkommen zwischen Washington und Moskau wieder möglich würden. Russische Offizielle sprachen sich in Riyadh-Gesprächen für Gemeinschaftsprojekte im Bereich Öl und Gas aus, darunter auch in der Arktis. ExxonMobil oder Chevron – die größten US-Ölfirmen – lehnten jedoch eine Stellungnahme ab. Die Branche hat empfindliche Rückschläge erlitten: Exxon verbuchte 2018 eine Abschreibung von 3,4 Mrd. US-Dollar für Beteiligungen in Russlands Nordosten, während BP mit fast 25 Mrd. US-Dollar an Wertberichtigungen im Zuge des Krieges eine der größten Einbußen hinnehmen musste.
Aus Sicht von Experten ist es wenig wahrscheinlich, dass Konzerne ohne Weiteres in eine politisch und rechtlich schwer kalkulierbare Region zurückkehren – insbesondere angesichts lukrativerer Optionen anderswo. „Jedes mögliche Sanktionsende könnte mit einem Regierungswechsel in den USA rasch wieder kippen“, erläutert Tatiana Mitrova von der Columbia University. Hamm betonte zudem, dass exportiertes Flüssiggas (LNG) aus den USA für Europas Energiesicherheit unabdingbar bleibe: Eine erneute Abhängigkeit von russischem Pipelinegas wäre nach seiner Ansicht „naiv“.
Die Gespräche zwischen Washington und Moskau finden statt, während US-Präsident Donald Trump seine Politik mit neuen Strafzöllen auf Einfuhren aus Kanada, Mexiko oder anderen Partnern verschärft. Hamm verteidigte den Kurs: Der Grenzschutz und das Eindämmen illegaler Drogen seien Prioritäten, höhere Treibstoffpreise im Inland durch Zölle könne man in Kauf nehmen. Zugleich lobte er Trump, der „bereits in den ersten 30 Tagen mehr umgesetzt hat als jeder andere moderne Präsident“.
Dass Trump trotz Verfassungsvorschriften eine dritte Amtszeit anstreben könnte, hält Hamm für unwahrscheinlich und verweist auf den Senator und Trump-Verbündeten JD Vance als künftigen Hoffnungsträger im Weißen Haus.

