US-Notenbank verharrt auf aktuellem Leitzins – Euro-Dollar-Schaukel bleibt stabil
Die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve hat beschlossen, den Leitzins in der Bandbreite von 3,5 bis 3,75 Prozent unverändert zu belassen. Diese Entscheidung kam inmitten eines sich stabilisierenden Arbeitsmarkts und einer anhaltend hohen Inflation zustande. Jerome Powell, der Vorsitzende der Federal Reserve, erklärte auf einer Pressekonferenz, dass die aktuellen Daten keinen Anlass für eine Zinssenkung geben.
Der Euro-Dollar-Kurs zeigte sich von dieser Ankündigung nur wenig beeindruckt. Schon am Vortag hatte der Euro Kursgewinne hingelegt, nachdem irritierende Äußerungen von Präsident Donald Trump den Dollar unter Druck gesetzt hatten. Diese relative Stärke des Euro hielt auch nach der Zinsentscheidung an, da viele Volkswirte bereits mit einer Beibehaltung des Zinsniveaus gerechnet hatten.
US-Präsident Trump zeigte sich unbeeindruckt von der Dollar-Schwäche. In seiner gewohnt optimistischen Art erklärte er, der Dollar entwickle sich „hervorragend“ und äußerte keine Besorgnis über den Kursverfall. Diese Lockerheit des Präsidenten löste erneut einen Anstieg des Euro aus, der kurzzeitig bis zu 1,20 Dollar erreichte. Auch der Goldpreis konnte im Zuge dessen gegen den Dollar deutlich an Boden gewinnen und markierte ein neues Rekordhoch.
Allerdings merken amerikanische Verbraucher, dass Auslandsreisen nun teurer werden, da die Landeswährung schwächelt. US-Unternehmen, die Importe in anderen Währungen tätigen, blicken ebenfalls auf gestiegene Kosten.
Trotzdem sind viele Volkswirte der Ansicht, dass die Fed ihren Leitzins im laufenden Jahr noch in zwei Schritten senken könnte, um schließlich einen Bereich von 3,0 bis 3,25 Prozent zu erreichen. Kurzfristig jedoch wird bis zur Juni-Sitzung unter der neuen Fed-Leitung kaum mit Änderungen gerechnet, prognostiziert LBBW-Analyst Elmar Völker.

