US-Ausnahme für Ungarn: Spannungsfeld zwischen Sanktionen und Energieabhängigkeit
Präsident Donald Trump hat laut Medienberichten dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban eine einjährige Ausnahmegenehmigung für Energielieferungen aus Russland gewährt, trotz der bestehenden US-Sanktionen gegen russische Ölkonzerne. Während eines Treffens in Washington sicherte Trump Orban zu, dass Ungarn zwölf Monate lang Energieimporte aus Russland ohne sanktionäre Konsequenzen tätigen könne. Diese Informationen beruhen auf Berichten mehrerer Medien, darunter der TV-Sender CNN, die sich auf Aussagen von Vertretern des Weißen Hauses stützen. Eine offizielle Bestätigung seitens der US-Regierungszentrale steht noch aus.
Orban hatte im Anschluss an das Treffen stolz verkündet, dass die Trump-Regierung seinem Land eine spezielle Regelung eingeräumt habe. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur MTI erhält Ungarn im Rahmen der Turkish Stream- und Druschba-Pipelines eine umfassende Befreiung von den Sanktionen.
Ungarn ist in hohem Maße auf russisches Öl und Gas angewiesen, eine Abhängigkeitsbeziehung, die unter Orbans Regierung nicht ernsthaft reduziert wurde, im Gegensatz zu Ländern wie Deutschland oder Bulgarien. Orban hat es zudem innerhalb der EU geschafft, eine Ausnahme für die fortgeführten Ölimporte über Pipelines zu erlangen, eine Verbindung, die seit Zeiten des Kommunismus besteht.
Im öffentlich zugänglichen Teil des Gesprächs zeigte sich Trump offen für eine Sonderregelung, die Orbans Bitte entsprach, da es kurzfristig keine Alternativen für die Energieversorgung gebe. Diese Erklärung begründete Trump unter anderem damit, dass Ungarn als Binnenstaat keinen Zugang zu Seehäfen hätte, ein Umstand, den auch andere EU-Staaten teilen. Die US-Sanktionen waren im Oktober wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verschärft worden und könnten potenziell auch sekundäre Sanktionen gegen Käufer russischer Energierohstoffe zur Folge haben.

