US-amerikanische Verbraucher in der Zwickmühle: Tarife bald in ihren Händen
Am Dienstag erlebte der US-Aktienmarkt nach den Höchstständen des Vortages einen Rückgang, da Investoren die zurückhaltenden Bemerkungen des Fed-Chefs Jerome Powell und die erneut rückgängige US-Geschäftstätigkeit in Betracht zogen. Der Rückgang weckte Sorgen, wie sich zukünftige Tarife auf Unternehmen und, letztlich, auf Verbraucher auswirken könnten.
Bislang haben US-Unternehmen den Großteil der Zollbelastung getragen. Doch Experten erwarten, dass sich dieses Gleichgewicht verschiebt, was Konsumenten stärker unter Druck setzen könnte. Angesichts der Tatsache, dass der Konsum etwa 70% der US-Wirtschaftsaktivitäten ausmacht, sind Änderungen der Importpreise entscheidend für das zukünftige Wirtschaftswachstum und die Inflation.
In einem chaotischen Halbjahr seit Trumps "Liberation Day"-Ankündigung im April wurden die endgültigen Zölle auf Waren aus China und Indien noch nicht festgelegt, aber ein durchschnittlicher Zollsatz von 15-20% wird prognostiziert. Dies stellt einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu den Vorgängerjahren dar. Dabei konnten US-Unternehmen bis jetzt höhere Kosten meist vermeiden, doch der kommende Druck auf die Konsumenten ist spürbar.
Die Branchenbelastung variiert erheblich, mit Konsumenten in Sport- und Möbelbereichen, die bereits jetzt den Großteil tragen, während Automobil- und Bekleidungsbranchen die Last auf in- und ausländische Unternehmen verteilen. Die durchschnittliche Verlagerung dieser Belastung in naher Zukunft auf die Verbraucher ist jedoch vorhersehbar. Wie weit die Unternehmen letztlich die Belastung weitergeben, bleibt jedoch abzuwarten.
Besonders betroffen von diesen Änderungen sind jedoch die staatlichen Einnahmen aus Zöllen, die derzeit erfreulich sprudeln. Laut Budget Lab an der Yale-Universität wurden bis August 88 Milliarden Dollar an neuen Zolleinnahmen generiert. Diese lukrativen Einnahmequellen könnten den Haushaltsdefiziten der USA über Jahrzehnte hinweg entgegenwirken. Kurzfristig jedoch bleibt die entscheidende Frage, ob Konsumenten bereit sind, den tarifären Bissen zu verkraften, den Unternehmen größtenteils vermeiden konnten.

