Unzufriedenheit unter Auszubildenden: Wo der Schuh besonders drückt
Eine neue Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) offenbart deutliche Unterschiede in der Zufriedenheit von Auszubildenden in verschiedenen Branchen. Besonders angehende Friseure, Köche, Kaufleute, Verkäufer und Hotelfachkräfte zeigen sich unzufrieden mit ihrer Ausbildung. In diesen Berufen äußert sich weniger als ein Drittel der Auszubildenden positiv über ihre Ausbildungsituation. Demgegenüber sind in technischen und spezialisierten Berufszweigen, wie bei Steuerfachangestellten, Elektronikern und Fachinformatikern, über 80 Prozent der Azubis zufrieden.
Der DGB-Bericht für 2024 zeigt ferner eine leicht rückläufige Zahl an neuen Ausbildungsverträgen. Mit 468.700 Verträgen ist dies ein Rückgang von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Gegensatz dazu ist die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen um 0,8 Prozent gestiegen. Jedes achte junge Talent bleibt dabei ohne Ausbildungsplatz.
DGB-Vizevorsitzende Elke Hannack mahnt zur Dringlichkeit, gegen den schwindenden Trend an Ausbildungsstellen vorzugehen. Sie appelliert an die Bundesregierung, die geplante Steuererleichterung für die Wirtschaft zu realisieren, damit mehr Investitionen in Ausbildungsplätze fließen können. Es bedarf einer gezielten Hilfestellung für Betriebe, damit diese künftig ihren Fachkräftebedarf selbst decken können. Eine aktive Erweiterung der Ausbildungsgarantie könnte hier Abhilfe schaffen.
Unabhängig von der Ausbildungsqualität gibt es weiterhin Probleme mit ausbildungsfremden Tätigkeiten. Rund 14,7 Prozent der Lehrlinge müssen häufig Aufgaben verrichten, die nichts mit ihrer Ausbildung zu tun haben. DGB-Bundesjugendsekretär Kristof Becker kritisiert, dass dies wertvolle Ausbildungszeit raubt und den erfolgreichen Abschluss der Azubis in Gefahr bringt.

