Unruhige Zeiten: Zollstreit zwischen USA und EU eskaliert
Der drohende Konflikt zwischen den USA und der EU könnte sich zu einer geopolitischen Pattsituation entwickeln, wie ein kürzlich veröffentliches Szenarienpapier der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) vermuten lässt. Die Handelsexpertin Laura von Daniels deutet in ihrem Bericht darauf hin, dass sich Amerikas und Europas Beziehungen erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg nicht nur als wirtschaftliche Konkurrenz, sondern als Gegensatz unvereinbarer geopolitischer Auffassungen zuspitzen könnten.
Der Handelsstreit, angefacht durch US-Präsident Donald Trumps Zollpolitik, habe laut von Daniels erhebliches Spaltungspotenzial für die EU. Besonders exportstarke Nationen wie Deutschland, Irland und Italien stünden unter Druck, bilaterale Abkommen mit den USA zu schließen, was die Einheit des Binnenmarkts auf die Probe stellen könnte.
Trumps manipulative Kombination aus Wirtschaft und Sicherheitspolitik könnte die Spaltungen in Europa weiter vertiefen. Von Daniels prognostiziert keinen vollständigen Rückzug der USA von den Zöllen und sieht stattdessen realistischere Szenarien, bei denen die EU etwa einen zehnprozentigen Einfuhrzoll akzeptieren könnte.
Ein solcher Kompromiss, wenngleich als „wirtschaftspolitischer Waffenstillstand“ betrachtet, birgt jedoch die Gefahr weiterer Zollwellen im Herbst. Sollte es nicht zu einer Einigung kommen, könnten die Verhandlungen ohne greifbares Ergebnis fortgesetzt werden, während die bestehenden Zölle weiterhin Europa belasten.
Im schlimmsten Fall – einem umfassenden Handels- und Wirtschaftskrieg – wünscht sich Trump möglicherweise weitreichende Zugeständnisse von der NATO und belastet die EU mit provokanten Sicherheitsmaßnahmen. Die EU müsse vorbereitet sein, um den Herausforderungen einer nicht unerheblichen Eskalation entgegentreten zu können.

