Unruhige Zeiten in der Reisebranche: Investoren ziehen sich zurück
Die geopolitischen Spannungen in der Ukraine und im Nahen Osten hinterlassen ihre Spuren in der europäischen Reisebranche. Der entsprechende Branchenindex verzeichnete am Donnerstag einen Rückgang von 1,2 Prozent, womit er zu den schwächsten Indizes des Tages gehörte. Die anhaltende Unsicherheit versetzt Anleger in Sorge: Sie befürchten, dass die Nachfrage nach Reisen weiter geschwächt werden könnte. Hinzu kommt, dass der betroffene Luftraum geschlossen ist, was die Lage zusätzlich erschwert.
In Deutschland sind die Auswirkungen insbesondere bei der Tui-Aktie zu spüren. Trotz einer kurzen Erholung am Montag, rutschte der Kurs des Reiseanbieters am Donnerstag erneut um 1,3 Prozent ab und näherte sich mit einem Tiefststand von 6,24 Euro dem April-Tieftstwert von 6,22 Euro. Auch die Aktien der Lufthansa konnten sich dem Abwärtstrend nicht entziehen, gaben jedoch mit einem Rückgang von 0,6 Prozent etwas moderater nach.
Analyst Nikolas Demeter vom Bankhaus Metzler sieht die Verluste indes als überzogen an. Seiner Ansicht nach sind die fundamentalen Geschäftsbedingungen von Tui nach wie vor stark, da der Reiseveranstalter in den krisengeplagten Regionen kaum tätig ist. Diese Einschätzung half den Tui-Aktien jedoch nicht, aus dem Abwärtstrend auszubrechen.

