UnitedHealth stemmt Krisenjahr trotz Rückschlägen
UnitedHealth, der größte Krankenversicherer der Vereinigten Staaten, hat ein turbulentes Jahr wider Erwarten passabel überstanden. Nach einem problematischen Verkauf seiner Brasilien-Sparte und einer bedeutenden Cyberattacke, die eine seiner wichtigsten Abteilungen betraf und infrastrukturell belastete, wurde Ende 2024 auch noch der Leiter dieser Sparte tragisch ermordet. Ein weiteres Ärgernis waren die hohen Behandlungskosten, die das Unternehmen zusätzlich unter Druck setzten.
An den Finanzmärkten reagierten Anleger indes empfindlich: Die UnitedHealth-Aktie verzeichnete in den ersten Handelsstunden des Donnerstags in New York einen Rückgang um 4,6 Prozent, womit sie der Tagesverlierer im renommierten Dow Jones Industrial Index war.
Trotz aller Widrigkeiten erzielte der Konzern im vergangenen Jahr einen Gewinn von 14,4 Milliarden US-Dollar, was zwar einem Rückgang von 36 Prozent entspricht, aber die pessimistischeren Erwartungen der Analysten übertraf. Der operative Gewinn stagnierte fast unverändert bei rund 32 Milliarden Dollar, während der Jahresumsatz um acht Prozent auf beeindruckende 400 Milliarden Dollar anstieg.
Die Schadenquote, ein entscheidender Indikator für Versicherer, lag im vierten Quartal höher als prognostiziert bei 87,6 Prozent. Für das laufende Jahr rechnet der Vorstand unter der Leitung von Andrew Witty mit einer Quote zwischen 86 und 87 Prozent. Er bleibt optimistisch und visiert für 2025 einen Umsatz von 450 bis 455 Milliarden Dollar an, verbunden mit einer Erhöhung des Gewinns je Aktie auf bis zu 28,65 Dollar.
Gleichzeitig steht UnitedHealth vermehrt in der Kritik, insbesondere weil das Unternehmen unterstellt, ärztlich verordnete Behandlungen häufig nicht zu bewilligen. Das schockierende Attentat auf Brian Thompson, den Chef der UnitedHealthcare-Sparte, sorgte weltweit für Aufsehen. Der Täter, Luigi M., steht inzwischen wegen Mordes vor Gericht.
Der Fall hat zahlreiche Diskussionen über das amerikanische Gesundheitssystem, das für seine Kostenintensität berüchtigt ist, ausgelöst. Schätzungen zufolge beanspruchen jährlich etwa 500.000 US-Bürger Insolvenz aufgrund überwältigend hoher Gesundheitskosten.

