UN-Einrichtung im Gazastreifen angegriffen - Zwölf Tote und 75 Verletzte
Bei einem Angriff auf eine UN-Einrichtung im Süden des Gazastreifens sind am Donnerstag zwölf Menschen getötet und weitere 75 verletzt worden. Nachdem das Gebäude in der Stadt Chan Junis von zwei Panzergeschossen getroffen wurde, brach ein Brand aus. In dem Zentrum, das als Berufsausbildungszentrum der Vereinten Nationen für junge Palästinenser dient, hatten zahlreiche Binnenflüchtlinge Schutz gesucht.
Der Gaza-Direktor des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA, Thomas White, äußerte sich entsetzt über den Vorfall und forderte ein Ende der Angriffe auf zivile Einrichtungen in Chan Junis. Die heftigen Kämpfe in der Nähe von Krankenhäusern und Schutzeinrichtungen sorgen dafür, dass die Menschen dort feststecken und lebensrettende Einsätze behindert werden. Zudem sind die Krankenhäuser Nasser und Al-Amal von den Kämpfen umstellt. Das medizinische Personal und die Patienten befinden sich in höchster Angst.
Wer für den Angriff auf die Einrichtung verantwortlich ist, konnte bisher nicht geklärt werden. Augenzeugen haben gegenüber der Deutschen Presse-Agentur berichtet, dass der Brand durch israelische Bombardierungen verursacht wurde. Die israelische Armee teilte hingegen mit, dass sie derzeit einen israelischen Luft- oder Artillerieangriff als Ursache ausschließe und der Vorfall untersucht werde. Es wird auch geprüft, ob es sich um einen Beschuss der islamistischen Hamas handeln könnte.
Die israelische Armee berichtete zudem, dass Soldaten militärische Einrichtungen im Gebiet von Chan Junis angegriffen und extremistische Kämpfer getötet hätten. In der Region von Al-Amal hätten Scharfschützen außerdem "Terroristen ausgeschaltet und ihre Infrastruktur und Waffen in dem Bereich demontiert". Israel wirft der Hamas regelmäßig vor, Krankenhäuser für militärische Zwecke zu nutzen. Die Hamas dementiert dies. In der Vergangenheit hatten freigelassene Geiseln außerdem berichtet, dass sie in Räumen in Krankenhäusern festgehalten wurden. (eulerpool-AFX)

