Ukrainischer Präsident Selenskyj lehnt Druck auf ins Ausland geflüchtete Wehrdienstverweigerer ab
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem Interview mit der ARD-Moderatorin Caren Miosga klargestellt, dass er ins Ausland geflüchtete Wehrdienstverweigerer nicht mit Druck zurückholen möchte. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz werde von ihm nicht dazu aufgefordert, diese Menschen in die Ukraine zurückzuschicken. In dem Interview betonte Selenskyj: 'Ich rufe definitiv nicht Olaf Scholz zu: Bringe sie schnell zurück. Wir leben in einer demokratischen Welt.'
Der Präsident erklärte weiter, dass die Ukraine ein 'funktionierendes Gesetz' brauche, um mit der Thematik der Wehrdienstverweigerer umzugehen. Dieses Gesetz befinde sich derzeit in Vorbereitung. Persönlich wünsche er sich jedoch, dass diese Menschen aus Gründen der Gerechtigkeit in ihre Heimat zurückkehren würden.
Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor knapp zwei Jahren sind Hunderttausende Ukrainer ins Ausland geflohen, darunter auch Männer im wehrfähigen Alter. Viele von ihnen haben in Deutschland Zuflucht gefunden.
Die Haltung Selenskyjs, ins Ausland geflüchtete Wehrdienstverweigerer nicht unter Druck zurückholen zu wollen, zeugt von einem respektvollen Umgang mit individuellen Entscheidungen und einer Anerkennung der demokratischen Grundprinzipien. Die geplante Gesetzesänderung soll in Zukunft eine gerechte Lösung für alle Beteiligten ermöglichen und damit einen Beitrag zur Stabilisierung der Situation in der Ukraine leisten. (eulerpool-AFX)

