Ukrainischer Gasleitungsverdächtiger in Italien kämpft um seine Grundrechte
Die Inhaftierung eines ukrainischen Staatsbürgers in Italien sorgt für Besorgnis auf internationaler Ebene. Menschenrechtsbeauftragter Dmytro Lubinez äußerte sich besorgt über den kritischen Gesundheitszustand von Serhij K., der in Verbindung mit den Anschlägen auf die Nord-Stream-Gasleitungen in der Ostsee steht. K.'s Frau berichtete, dass er seit mehreren Wochen im Hungerstreik ist, um gegen die Bedingungen seiner Haft zu protestieren.
Serhij K., der sich seit dem Sommer in Untersuchungshaft befindet, verweigert seit Ende Oktober die Nahrungsaufnahme, um auf seine Situation aufmerksam zu machen. Der Menschenrechtsbeauftragte unterstreicht, dass diese Umstände sofortiges Handeln erfordern. Lubinez hat deshalb die italienischen Behörden, das Justizministerium sowie hochrangige Vertreter der EU kontaktiert, um die Einhaltung der Grundrechte des Verdächtigen sicherzustellen.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Forderung nach menschenwürdigen Haftbedingungen und gleichberechtigtem Zugang zu Familienbesuchen sowie Informationen. Der Anwalt von Serhij K., Nicola Canestrini, bezeichnet diese Forderungen als zentral für die Verteidigung seines Mandanten. Zudem betont er, dass die Inhaftierung in einer Hochsicherheitsanstalt unangemessen sei und seinen Mandanten in seinen Grundrechten einschränke.
Serhij K. soll nach Deutschland ausgeliefert werden, um sich dort vor Gericht zu verantworten. Die deutsche Bundesanwaltschaft wirft ihm gemeinschaftliche Sprengstoffexplosionen und verfassungsfeindliche Sabotage vor. Die Überstellung wurde von einem italienischen Gericht in Bologna bereits genehmigt, doch der Verteidiger kündigte an, erneut Einspruch einzulegen, um die Auslieferung zu stoppen.

