Oreschnik-Einsatz: Vergeltungsschlag in der Westukraine
Russland hat bei seinem jüngsten Angriff auf die Westukraine eine der modernsten Mittelstreckenraketen des Landes eingesetzt: die Oreschnik. Laut dem russischen Verteidigungsministerium erfolgte der Angriff mit hochpräzisen boden- und seegestützten Langstreckenwaffen gegen entscheidende Ziele in der Ukraine. Dabei handelte es sich nach russischen Angaben um eine Vergeltungsaktion für einen angeblichen Angriff auf die Residenz von Präsident Wladimir Putin. In der offiziellen Mitteilung des russischen Verteidigungsministeriums heißt es, dass bei diesem Schlag, unterstützt durch Drohnen, sowohl Drohnenproduktionsstätten als auch Energieanlagen, welche die ukrainische Rüstungsindustrie unterstützen, getroffen wurden. Der Kreml rechtfertigt solche Aktionen als Reaktion auf Bedrohungen gegen russische Einrichtungen.
Zu Beginn hatte auch US-Präsident Donald Trump den Ursprungsvorfall, über den er telefonisch informiert wurde, kritisiert. Kiew weist jedoch alle Vorwürfe entschieden zurück und bestreitet, einen solchen Angriff je unternommen zu haben. Internationale Experten zweifeln ebenfalls die Darstellung der Ereignisse seitens Moskau an.
Diese militärische Offensive markiert bereits den zweiten Einsatz der Oreschnik-Rakete auf ukrainischem Boden. Der vorherige Angriff erfolgte im November 2024 auf Dnipro, als die Rakete noch in der Testphase war und ohne Gefechtssprengköpfe auskam. Damals wurden Schäden allein durch die Geschwindigkeit der Rakete verursacht.
Die Oreschnik ist in der Lage, eine Geschwindigkeit von bis zu 12.000 km/h zu erreichen und hat eine Reichweite von bis zu 5.000 Kilometer, was sie zu einer strategischen Bedrohung für Europa macht. Der neueste Einsatz, so das russische Militär, sei ein Erfolg gewesen. Die andauernden Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine hinterlassen das Land zunehmend in einem Zustand energetischer Notlage. Besonders hart trifft die Bevölkerung die Schwächung dieser grundlegenden Versorgung inmitten eines extremen Temperaturabfalls, der die ohnehin kritische Situation weiter verschärft.

