UBS setzt Bundesrat unter Beschuss wegen geplanter Kapitalerhöhung
Die renomierte Großbank UBS hat eine deutliche und unmissverständliche Kritik an den jüngsten Maßnahmen des Bundesrats zur Stabilisierung der Bankinstitute geäußert. Die angestrebte Erhöhung der Kapitalanforderungen stößt bei der Bank auf scharfen Widerstand. Laut UBS seien die vorgeschlagenen Schritte in dieser Form als „extrem“ zu werten.
Die Maßnahmen des Bundesrats könnten aus Sicht der UBS zu Kapitalanforderungen führen, die in ihrer Dimension weder verhältnismäßig, noch mit internationalen Standards kompatibel sind. Basierend auf den Prognosen für das erste Quartal 2025 und der avisierten Kernkapitalquote bräuchte die UBS ein zusätzliches Kapitalpolster von rund 24 Milliarden US-Dollar. Dies wäre erforderlich, wenn der Bundesrat seine Vorschläge, wie am Freitag skizziert, tatsächlich umsetzt.
Diese zusätzliche Bürde gesellt sich zu den bereits bestehenden Auflagen von circa 18 Milliarden US-Dollar, die UBS im Gefolge der Übernahme der Credit Suisse ohnehin stemmen muss. In Summe ergibt sich so ein Mehrbedarf an hartem Kernkapital von etwa 42 Milliarden US-Dollar. Trotz der potenziell verschärften Regulierung hält die Bank an ihren mittelfristigen Zielen fest, auch weil die neuen Regelungen frühestens ab 2027 in Kraft treten könnten.
So strebt UBS bis Ende 2026 eine bereinigte Rendite auf das Kernkapital in der Größenordnung von rund 15 Prozent an. Gleichzeitig soll das Kosten-Ertrags-Verhältnis auf unter 70 Prozent gedrückt werden. Anpassungen bei den langfristigen Renditezielen sollen erfolgen, sobald sich die regulatorische Zukunft in klareren Bahnen zeigt. Der Weg zur Einigung mit dem Bundesrat bleibt somit spannend – auch für den internationalen Finanzplatz Schweiz.

