Überraschungsmoment im Nahen Osten: Deutsche Haltung zu iranischem Militärschlag
Die Bundesregierung äußerte Überraschung über den jüngsten Militärschlag Irans auf einen US-Stützpunkt in Katar, während der US-Präsident offenkundig besser informiert war. Außenminister Johann Wadephul von der CDU, der sich in den ARD-'Tagesthemen' äußerte, berichtete, dass die Schließung des katarischen Luftraums erste Anzeichen für den bevorstehenden Angriff gewesen seien. Trotz dieser Vorzeichen blieb dem Ministerium das volle Ausmaß der Lage zunächst verborgen.
Wadephul charakterisierte die iranische Reaktion als überlegte und gezielte Aktion im Kontrast zu den vorhergehenden Angriffen der USA auf iranische Atomanlagen. Er lobte die besonnene Haltung des amerikanischen Präsidenten, welcher eskalierende Entwicklungen zu vermeiden wusste. Der Minister betonte, dass der Iran mit seiner militärischen Reaktion signalisierte, es bestehe keine unmittelbare Gefahr einer intensiven Eskalation. Die bisherige Dialogbereitschaft mit den Europäern könnte nun zu einer größeren Gesprächsoffensive führen.
Das zentrale Anliegen des CDU-Politikers blieb, die Bereitschaft des Irans zu neuen Verhandlungen zu intensivieren. Die bislang gescheiterten Gespräche in Genf zwischen den Europäern und dem Iran eröffneten dennoch Chancen auf eine amerikanisch-iranische Verhandlungsoption. Wadephul stellte klar, dass eine abschließende völkerrechtliche Bewertung der US-Angriffe derzeit nicht möglich sei, da entscheidende Informationen fehlten. Präsident Macron von Frankreich hatte zuvor die Angriffe als rechtlich nicht abgesichert bezeichnet.

